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Unglücksfabrik: Kik war Hauptabnehmer


Die pakistanische Textilfabrik, in der im September bei einem Brand fast 260 Menschen starben, hat offenbar hauptsächlich für die Textil-Discountkette Kik produziert. Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, bestätigte dies der für Nachhaltigkeit verantwortliche Kik-Geschäftsführer Michael Arretz. Ende 2011 seien 75% der Produktion von Ali Enterprises für Kik bestimmt gewesen. Bislang war zwar bekannt gewesen, dass die Bönener Ware aus der Fabrik bezogen haben, nicht aber in welchem Umfang. Auf Nachfrage wollte sich Kik dazu nicht äußern.

Bereits im September war bekannt geworden, dass Fenster in dem betroffenen Gebäude vergittert gewesen seien und es keine Notausgänge gegeben habe. Wie der Spiegel nun berichtet, hätten Prüfungen der Fabrik in den vergangenen Jahren ergeben, dass dort u.a. auch ungesicherte elektronische Anlagen und offene Kabel gefunden worden seien. Auch dazu macht der Textil-Discounter keine Angaben. Nur soviel: Die Gründe für den Ausbruch des Brandes seien immer noch ungeklärt.
 
Konkreter äußern sich die Bönener allerdings zu der Entschädigung, die sie den Opfern und deren Familienangehörigen zahlen wollen. Dabei gehe es um Soforthilfezahlungen von 500.000 US-Dollar (384.000 Euro). Dieser Betrag werde um „langfristig wirkende Hilfe“ ergänzt. Zusätzlich solle auch das Thema Brand- und Feuerschutz in der Textilindustrie „intensiv aufgenommen werden“. Die Gesamthöhe der Zuwendungen belaufe sich damit auf 1 Mill. US-Dollar. Aktuell stimme man sich vor Ort über eine Verfahrensweise zur Verteilung der Gelder ab.
 
Wie der Spiegel außerdem berichtet, habe die Wäscherei der Fabrik gesundheitsschädliches Abwasser seit Jahren ungeklärt in die öffentliche Kanalisation geleitet. Für Kik-Sprecher Arretz seien dies allerdings „keine gravierenden Mängel“, schreibt das Magazin.

22.10.2012Redakteur: Anke Prokasky
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