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Wöhrl: Umsatzminus und rote Zahlen


Wöhrl hat das Geschäftsjahr 2014/15 (31.7.) mit einem Umsatz unter Vorjahresniveau abgeschlossen. Die Erlöse sanken um  rund 5% auf 316 Mill. Euro. Zudem weist der Nürnberger Multilabel-Filialist einen Jahresfehlbetrag von 1 Mill. Euro aus. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,4 Mill. Euro.
 
„Die Umsatz- und Ertragslage hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht zu unserer Zufriedenheit entwickelt“, kommentiert Olivier Wöhrl, Vorstandschef der Rudolf Wöhrl AG, den Verlauf. Das veränderte Kaufverhalten der Kunden sowie die „anhaltend extremen Wetterbedingungen“ stellten den stationären Textileinzelhandel vor eine schwierige Situation. Die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2015/16 seien allerdings „zufriedenstellend“ verlaufen.
 
Um dem negativen Branchentrend entgegenzusteuern und schneller auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können, hat Wöhrl verschiedene Maßnahmen eingeleitet. Dabei geht es um Prozessoptimierungen bei der Warenbestellung und der Bestandssteuerung sowie Kosteneinsparungen und die Nutzung von Synergien mit  dem zum Unternehmen gehörenden Multilabel-Filialisten SinnLeffers. „Hierbei wurden etwa durch die Übernahme der zentralen Dienstleistungen für SinnLeffers erhebliche Kostenvorteile bei Wöhrl generiert“, teilt das Unternehmen mit. Dies betraf unter anderem die Bereiche Einkauf, Marketing, Personalmanagement und IT-Services.

Doch auch wenn die bislang umgesetzten Maßnahmen bereits gegriffen hätten, so Wöhrl, sei der Umsatzrückgang doch „unerwartet deutlich“ gewesen. Ein weiterer Schritt hin zu neuem Schwung solle deshalb die Reduzierung der Vororderquote sein, um flexibler auf die Marktlage und die Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Auch die Filialen würden „permanent auf den Prüfstand gestellt“. Infolgedessen werde der Store in Zwickau wie geplant im März 2016 geschlossen. In profitable Standorte wie zum Beispiel den Flagship-Store in der Nürnberger City investiert das Unternehmen hingegen. Dazu zählt Wöhrl auch die Häuser in Amberg, Augsburg und Schweinfurt.

Auch die Multichannel-Strategie will Wöhrl weiter fortsetzen. „Ziel ist es, das Unternehmen langfristig vom stationären Einzelhändler zum integrierten Multichannel-Händler zu entwickeln“, so die Nürnberger. Dazu hat Wöhrl einen Vier-Stufen-Plan entwickelt. Schritt eins und zwei, der Relaunch der Website und die Entwicklung des Curated-Shopping-Angebots, seien bereits „erfolgreich planmäßig realisiert“ worden. Die Besucherzahl auf der Webseite steigt nach Angaben von Wöhrl seit dem Relaunch kontinuierlich und auf den Curated Shopping-Service, der im Januar gestartet ist, erhalte das Unternehmen ein „äußerst positives Feedback“ von Seiten der Kunden. Nun wollen die Nürnberger das Angebot als dritten Schritt noch um bestellfähige Kampagnen erweitern, die es Kunden ermöglichen, Produkte direkt aus einem Newsletter heraus zu ordern. Zudem soll zum Jahresende als vierter Schritt ein Online-Shop gelauncht werden.

29.01.2016Redakteur: Anke Prokasky

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