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Wöhrl bietet Curated Shopping an


Curated Shopping-Paket. Bild: Wöhrl
Curated Shopping-Paket. Bild: Wöhrl
Prominenter Neuzugang im Kreis der Curated Shopping-Anbieter wie Modomoto, Zalando und Konen: Wöhrl startet am 18. Januar ein Curated Shopping-Angebot für Sie und Ihn. Bei „myoutfit“, wie der neue Wöhrl-Service heißt, füllen Kunden auf der überarbeiteten, für mobile Endgeräte optimierten Wöhrl-Webseite online zunächst einen kurzen, intuitiv konzipierten Fragebogen zu ihren Vorlieben und Preisvorgaben aus. Dann können sie entscheiden, ob sie sich ein Paket mit zwei Styles und einem Warenwert von 1000 bis 1500 Euro kostenlos nach Hause schicken lassen oder die Outfits in einer der 36 Filialen abholen – und vor Ort noch auf Personal Shopping zurückgreifen.

Zwischen dem Ausfüllen des Fragebogens und dem Zusammenstellen der Outfits aus einem Portfolio von 500 Labels und Marken soll zudem ein Telefonat zwischen Kunden und Verkaufsberater stattfinden, um noch präziser auf die Wünsche des Kunden reagieren zu können – und für einen möglichst hohen Bon zu sorgen.

Mit myoutfit verfolgt CEO Olivier Wöhrl drei Ziele. Wie das Münchner Traditionshaus Konen, das vor kurzem ebenfalls mit einem Curated Shopping-Angebot gestartet ist, soll der Zusatz-Service bei der Steigerung der Frequenz und der Zusatzkäufe helfen: wenn die Kunden ihre Outfits vor Ort in einer Filiale abholen kommen. Andererseits sollen auch Kunden bedient werden, die nicht im Einzugsgebiet leben – was an das Konzept von Garhammer in Waldkirchen erinnert, die ebenfalls einen solchen Service starteten, um Kunden zu beliefern, die nur in ihrem Urlaub in Waldkirchen vorbeischauen können. So setzt Wöhrl u.a. auf Kunden, die in einen anderen Teil Deutschlands weggezogen sind. Und drittens: Mit einer jungen, internetaffinen Zielgruppe soll zudem ein neuer Kundenkreis angesprochen werden sowie Kunden, die zu den Ladenöffnungszeiten nicht shoppen gehen können oder wollen.

Das Angebot soll auch auf den Hagener Multilabel-Filialisten SinnLeffers ausgeweitet werden, den Mitglieder der Familie Wöhrl vor drei Jahren übernommen haben. SinnLeffers hatte – anders als Wöhrl – bereits einen eigenen Webshop. Dieser ging aber im Dezember 2014 nach zwei Jahren vom Netz. Damals hieß es, beide Modeketten wollen auch in diesem Bereich Synergien schöpfen und arbeiten an einer gemeinsamen Multichannel-Strategie.

Curated Shopping bedeutet nun den ersten Meilenstein dieser langfristigen Strategie. Seit gut einem Jahr arbeitet ein Team aus verschiedenen Unternehmensbereichen (Einkauf, Verkauf, CRM, IT, E-Commerce, Marketing) an der optimalen Vernetzung der On- und Offline-Kanäle. „Curated Shopping ist in einer zunehmend digitalisierten Welt der erste logische Schritt für uns“, sagt Olivier Wöhrl.

Die Digitalstrategie soll in Zukunft weiter vorangetrieben werden: Dazu zählt ein Wöhrl-Online-Shop, der noch in diesem Jahr gelauncht werden könnte. Und der auch Services wie Click & Collect oder Reserve & Collect ermöglichen könnte.

Der Start von myoutfit kommt für das Unternehmen zur richtigen Zeit: Erst am vergangenen Freitag hatte die Euler Hermes Ratingagentur die Bonität der Rudolf Wöhrl AG von BB auf BB- gesenkt. Begründung: „ein leicht erhöhtes Geschäftsrisiko“, heißt es. Wöhrl habe auf den technologischen Fortschritt und die Digitalisierung der Gesellschaft, die zu nachhaltigen Veränderungen des Kaufverhaltens führen, verzögert reagiert und könne derzeit die anhaltenden stationären Frequenzrückgänge nur begrenzt durch e- und m-Commerce entgegensteuern, heißt es in einer Mitteilung der Ratingagentur. Zu Gute hält die Agentur jedoch in der Bewertung die geplante Digitalisierung des Geschäftsmodells und die Weiterentwicklung zum Multichannel-Händler – was der Multilabel-Filialist mit dem Gang an die Öffentlichkeit nun betont. Wöhrl reagierte auf das Downgrading zudem mit dem Hinweis auf andere, bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Ertragskraft wie der Bereinigung des Filialportfolios, der schrittweisen Verbesserung der Flächenproduktivität sowie der umfangreichen Prozessoptimierungen in der Zentralverwaltung.
11.01.2016Redakteur: Janine Damm

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