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Zalando-Gründer rechnet mit etabliertem Handel ab


Internet-Shopping in der virtuellen Welt (Foto: fotolia/Nmedia)
Internet-Shopping in der virtuellen Welt (Foto: fotolia/Nmedia)
Oliver Samwer, Miteigentümer des Internet-Unternehmens Rocket Internet und Mitgründer von Zalando, räumt dem stationären Handel wenig Perspektiven ein. „Die absolut professionellen Offline-Händler werden überleben, aber 80% werden es nicht schaffen″, prophezeite der Unternehmer an diesem Freitag bei einer E-Commerce-Veranstaltung, zu der Tengelmann-Gesellschafter Karl-Erivan Haub eine hochkarätige Manager- und Unternehmerschar aus Handel und Industrie nach Mülheim geladen hatte.

Samwer, der sich ansonsten kaum in der Öffentlichkeit blicken lässt und noch seltener äußert, provozierte unter anderem dadurch, dass er jegliche Multichannel-Strategien des etablierten Handels als Interpretationen der neuen digitalen Zukunftskonzepte bezeichnete, die jemand startet, der ahnt, er müsse das tun: „weil ich kurz vor dem Ende stehe und weil ich viel zu alt bin″. Auch für die Service-Leistungen der etablierten Händler hat der Unternehmer wenig übrig. „90% aller Verkäufer sind total schlimm.″
 
Die Zukunft des Online-Geschäftes sieht er vielversprechend. „Der Anteil des E-Commerce-Geschäftes werde nicht nur weiter, sondern auch immer schneller steigen″, zeigte er sich überzeugt. In zehn Jahren wird Amazon seiner Einschätzung nach das am besten bewertete Unternehmen sein.

Für Zalando selbst denkt er nicht in Zeiträumen von vier oder fünf Jahren, sondern für die nächsten 25 Jahre. Deshalb geißelte er alle Stimmen, die vorhersagten, dass „das mit Zalando nichts wird″, als Unsinn. „Wir gehen in alle Länder, in denen die Leute nicht primär nackt herumlaufen.″

Als Vorbild im Fashion-Bereich gilt für Zalando die Innovationskraft und Professionalität eines Zara und H&M. Und offensichtlich gilt dies nicht nur für den operativen Geschäftserfolg. Samwer fragt, warum denn der reichste Europäer (Inditex-Gründer Amancio Ortega Anm. der Red.) ausgerechnet ein Spanier ist, es könnte doch auch ein Deutscher sein. Möglicherweise skizzierte der damit auch seine ganz persönliche Zielsetzung.
08.03.2013Redakteur: Marliese Kalthoff

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