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Zalando: Keine Bread & Butter im Januar


Zalando hat die Bread & Butter für den Januar 2016 abgesagt. Hintergrund ist die aktuelle Flüchtlingsproblematik. In Berlin wird diskutiert, die Hallen des ehemaligen Flughafens Tempelhof, in dem Zalando das Fashion-Event Bread & Butter veranstalten wollte, als Registrierungsstelle oder für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. „Wir begrüßen und unterstützen das. Zu dieser Situation allerdings passt keine Fashion-Party. Deshalb werden wir die erste Bread & Butter in Tempelhof unter unserer Leitung erst im Sommer 2016 starten“, sagte Zalando-Sprecher Boris Radke TextilWirtschaft online.

Stattdessen will der Modeversender zusammen mit Herstellerunternehmen ein Wohltätigkeits-Festival zugunsten von Flüchtlingen veranstalten, mutmaßlich im ersten Quartal 2016. „Zum Programm können wir noch gar nichts sagen. Bis vor drei Tagen hat unser Team noch mit voller Kraft am Konzept für das Fashion-Event gearbeitet. Bei dem Thema mussten wir ein radikales Umdenken vollziehen“, so Radke. Vertraglich gebe es wegen der Absage keine Probleme mit den Partnern aus der Industrie, so der Sprecher.

In der Hauptstadt gibt es seit einigen Tagen eine leidenschaftliche Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingen. Der Berliner Senat hatte die Devise ausgegeben, sämtliche städtische Gebäude auf ihre Nutzbarkeit zu überprüfen. Dazu gehört der ehemalige Flughafen Tempelhof, den Zalando ab dem 1. Oktober zwei Mal im Jahr gemietet hat.

Beim Onlinehändler weist man alle Vorwürfe, man interessiere sich nicht für das Schicksal der Flüchtlinge, zurück: „Unsere Mitarbeiter interessiert das sehr wohl und sie wollen etwas tun“, so Sprecher Radke. Eine Kleiderspenden-Aktion laufe kommende Woche an, ein Lkw solle Kleider direkt zu den Flüchtlingen nach Sizilien bringen. Zudem sei ein Freiwilligen-Programm für Zalando-Mitarbeiter in Vorbereitung.
02.09.2015Redakteur: Hagen Seidel
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