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Zalando übt sich im Curated Shopping

Offizieller Start in den nächsten Wochen


Zalandos Curated Shopping-Projekt (Screenshot)
Zalandos Curated Shopping-Projekt (Screenshot)
Zalando hat die erste Testversion seines Curated Shopping-Ablegers unter dem Übergangsnamen Project Z by Zalando ins Netz gestellt. Der finale Auftritt und Name folgt in den nächsten Wochen zusammen mit begleitenden Marketingmaßnahmen. Die Outfits werden von Stylisten zusammengestellt. Dabei handelt es sich um Experten wie Mode-Blogger, Verkäufer oder Models, die sich nach einem kurzen Stylecheck auf der Auswahlseite kurz vorstellen. Der Nutzer kann sich seinen Berater selbst aussuchen. Die Stylisten sind freiberuflich für Zalando tätig. Der Vorteil: „Da die Stylisten von überall aus arbeiten, können sie auf regionale Besonderheiten eingehen. So können beispielsweise bayerische Stylisten Tipps für ein Oktoberfest-Outfit geben“, erklärt Ivo Scherkamp, der das Curated Shopping-Angebot leitet.
 
Ivo Scherkamp
Ivo Scherkamp
Der 29-Jährige verfügt über weitreichende Erfahrungen im Business Development und war in den vergangenen vier Jahren maßgeblich am Aufbau der Länder-Shops von Zalando in Frankreich, Polen, Belgien, Österreich und der Schweiz beteiligt. Von 2012 bis 2013 war er für das Geschäft im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) verantwortlich. Der Diplom-Kaufmann führt jetzt ein etwa 25-köpfiges Team, das im ehemaligen Zalando-Hauptsitz in Berlin-Prenzlauer Berg angesiedelt ist. Sein Ziel: „Wir wollen den Kunden eine sehr individuelle und persönliche Beratung bieten. Die Stylisten gehen perfekt auf den Kunden ein und unterstützen ihn sehr stark beim Auswahlprozess, sei es für konkrete Anlässe oder als Inspiration für die neuesten Trends.“ Nach dem Gespräch verschickt der Stylist eine Box mit etwa zwei Outfits mit einem Warenwert von einigen hundert bis zu 1000 Euro.

Bei den ebenfalls in Berlin ansässigen Mitbewerbern Outfittery und Modomoto bekommen die Kunden ihren Berater automatisch zugewiesen. Sie sind in der Regel festangestellt. Die Curated Shopping-Pioniere bieten aber wie Zalando ihren Kunden an, online einen Termin für eine telefonische Beratung zu vereinbaren. 
 
Zum Start beschäftigt Zalando etwa 30 Stylisten, die regelmäßig geschult und ständig von den Kunden bewertet werden. Die meisten Modeberater waren schon beim mehrwöchigen Testlauf des Vorläufers in der Zalando-Rubrik „Style-Beratung“ dabei. Laut Scherkamp haben bisher mehrere tausend Kunden dieses Curated Shopping-Angebot ausprobiert. 
 
Box Men (Foto: Zalando)
Box Men (Foto: Zalando)
Box Women (Foto: Zalando)
Box Women (Foto: Zalando)
Interessant ist auch der Zalando-Ansatz, nicht nur die traditionelle Curated Shopping-Zielgruppe der männlichen Einkaufsmuffel anzusprechen, sondern auch modebegeisterte Frauen. Bislang bewegt sich nur der 2013 gestartete Anbieter Kisura in diesem allgemein als schwierig geltenden Geschäftsfeld. Zalando habe in den vergangenen Jahren bei weiblichen Kunden eine „große Nachfrage“ nach Beratung festgestellt, berichtet Scherkamp. „Curated Shopping für Frauen ist zwar deutlich komplizierter. Aber mit der Breite des Sortiments haben wir auch deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten, wenn es darum geht, Frauen zu beraten.“ Tests in der Kundenberatung von Zalando hätten das gezeigt. „Frauen brauchen Styling-Tipps und Inspirationen“, ergänzt Zalando-Vorstand Robert Gentz. Die Stylisten könnten dabei auf die ausgefeilten Personalisierungs-Algorithmen zugreifen, an denen der Online-Modehändler seit gut einem Jahr verstärkt arbeitet.
 
Die Zalando-Eigenmarken sollen bei der Outfit-Zusammenstellung nicht bevorzugt werden. „Einige Kunden freuen sich, etwas Neues kennenzulernen. Sie bekommen unsere Eigenmarken nur dann vorgeschlagen, wenn sie es wollen“, sagt Scherkamp. In diesem Sinne sei es auch nicht geplant, Modemarken einen bevorzugten Zugang zu den Curated Shopping-Kunden anzubieten. „Marken können sich bei uns nicht einkaufen“, betont Vorstand Gentz. „Je höher die Qualität der Auswahl durch den Stylisten ist, desto besser ist die Customer Experience und langfristige Kundenzufriedenheit.“

26.02.2015Redakteur: Bert Rösch

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