Neu geschaffene Position, neue Verantwortung für Rena Marx. Die neue Kreativ-Chefin bei Gerry Weber äußert sich im Gespräch mit der TextilWirtschaft über modische Ansprüche von Best Agerinnen, das neue Wir-Gefühl im Unternehmen und In Season-Kollektionen:

TextilWirtschaft: Frau Marx, Sie agieren als Schnittstelle mit Blick auf die Dachmarke Gerry Weber. Wie muss man sich das vorstellen?
Rena Marx:
Wir sprechen von Collection, Casual und Edition, den umsatzstärksten Säulen im Konzern. Die Teams aus jedem Segment machen einen guten Job. Die Markenindividualität und Aussage der einzelnen Kollektionen sollen nicht verlorengehen. Im Gegenteil: Sie soll weiter geschärft werden. Die Vielzahl an Themen hat in der Vergangenheit die Abstimmung untereinander erschwert. Ich werde mit allen Design- und Produkt-Teams eng zusammenarbeiten. Wir werden gemeinsam Farbthemen besprechen, Trends und Saisontiming diskutieren. Ein entscheidender Schritt, die Marke Gerry Weber für die Zukunft zu positionieren, ist das Wir-Gefühl.



Sie wollen auf Augenhöhe mit den Frauen arbeiten. Welche Ansprüche haben Gerry Weber-Kundinnen heute?
Wir bedienen „nur eine Kundin“, aber für unterschiedliche Anlässe. Deswegen muss man nah am Kaufanlass agieren, die Unterschiede der Kollektionen herausarbeiten. Die Bedürfnisse unserer Kundinnen sind vielschichtig, sie kleiden sich heute so, morgen so, je nach Befinden und Laune. Was die modische Ausrichtung der Kollektionen angeht, dürfen wir ruhig noch mutiger werden, raus aus dem Erfahrungsgefängnis. Die Gerry Weber-Kundin sucht moderne, sportive Looks. Sie ist eine erfahrene Frau, die neben dem modischen Anspruch selbstbewusst mit eventuellen Figurproblematiken umgeht. Sie honoriert unsere Passform-Kompetenz ebenso wie Qualität – von Hose bis Outdoor. Das muss bei der Kollektionsentwicklung präsent sein. Das Trendthema Blazer – seit jeher eines unserer stärksten Kompetenz-Felder – können wir bei Collection konfektioniert spielen, im Casual-Segment in Jersey. Man muss darüber sprechen, gemeinsame Konzepte entwickeln und abstimmen, was zu welchem Zeitpunkt in welcher Kollektion und in welchen Sortimenten sinnvoll ist. Dazu gehört auch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Handel – von Flächenpartnerschaft bis Visual Merchandising.


Ready-to-wear, modische Schnellschüsse – wie weit geht der Handel mit?
Der Gedanke ist angekommen und wird von den Händlern mehr und mehr eingefordert. Bei Gerry Weber wächst der Anteil von In Season-Themen. Mehr denn je braucht es eine moderne Handschrift.  Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie weit man den Modegrad ausreizen kann. Beispiel Casual: Für mutige Modethemen wurden wir jedes Mal belohnt. Das macht dann nicht nur uns, sondern auch dem Vertrieb, vor allem aber unseren Kundinnen Spaß.
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