Outfit-Vorschläge machen, Orientierung geben und Flächen emotionalisieren – die gelungene Umsetzung dieser Dinge ist das Erfolgsgeheimnis im stationären Modehandel. Der Klassiker schlechthin, wenn es um die Warenpräsentation im Allgemeinen und das Herausstellen einzelner Artikel im Speziellen geht, ist der Vorlagetisch. Aber es muss nicht immer Tisch sein, wenn Mode aufmerksamkeitsstark inszeniert werden soll. Das zeigen die vielfältigen Präsentationsideen, die bei den vielen Neueröffnungen des vergangenen Jahres zu sehen waren.

Dabei gilt eine Formel: Je hochwertiger das Sortiment, desto mehr erinnert die Möblierung an Schaukästen im Museum. Vor allem Schuhe und Accessoires werden wie kostbare Ausstellungsstücke inszeniert, gerne hinter Glas. Bei Chloé in Paris gibt es runde Podeste mit kleinen Glaskästchen zur Präsentation von Brillen, im neuen Apropos-Store in Hamburg überraschen runde Vitrinen mit beleuchteten Regalböden. Die Botschaft heißt dabei nicht „Anfassen verboten“, sondern „Hinschauen erwünscht“. Museal, aber dabei ganz modern mutet die Präsentation in den Acne-Stores an: Schuhe auf kleinen Podesten, Outfits in Glaskästen – in Verbindung mit dem typischen gelochten Metall wirkt das so clean wie edel.

Eine originelle Neuinterpretation des bewährten Tisches zeigt der Design Concept Store Haeppi Piecis in München. Dort werden Bücher, Vasen und Dekorationsobjekte auf einer an Spanngurten aufgehängten dreieckigen Spanplatte gezeigt. Lieblings in Frankfurt macht die Bank zum Tisch und präsentiert dort Taschen. Bei Marken mit Heritage wie Hackett oder Woolrich dienen Stücke mit Geschichte wie alte Übersee-Koffer und ein Apotheker-Schrank dazu, die Aufmerksamkeit der Kunden auf ausgewählte Stücke zu lenken. Am Kölner Neumarkt bei Elb by Kult geht es bei der Handtaschenpräsentation rund. Sie hängen wie zufällig an einem bunten Kinderkarussell. Daran geht mit Sicherheit kein Kunde achtlos vorbei.