Wie war das noch gleich? Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und ein geschmückter Baum alleine noch keine Weihnachtsdekoration. Genau wie die Schwalbe für den Sommer ist er aber ein wichtiges Element, um die Kunden in Weihnachtsstimmung zu bringen. Erst recht, wenn er so gehäuft auftritt wie jetzt. Der Baum ist nicht nur in privaten Wohnzimmern, in Büros und auf öffentlichen Plätzen ein unverzichtbares Element der festlichen Dekoration, auch in den Läden steht er oft im Fokus des gesamten Visual Merchandising-Konzepts zum Weihnachtsfest.

Bei der Gestaltung gilt inzwischen: geht nicht, gibt's nicht. Da werden Nadelbäume knallbunt oder monochrom mit Christbaumkugeln geschmückt. Auch Themenbäume erfreuen sich wachsender Beliebtheit. So steht im KaDeWe ein Exemplar, das komplett mit Rennwagen geschmückt ist, und an den Ästen eines anderen Baumes drehen Ballerinas ihre Pirouetten. Ganz und gar rockig dekoriert ist dagegen der Christbaum in einem der Schaufenster von Engelhorn in Mannheim: Schwarze Kugeln und Schleifen, kombiniert mit kleinen bunten Lämpchen und dem Konterfei des berühmten Muppet-Drummers „Das Tier“. Aber auch schlichte, kahle Bäume, geschmückt nur mit Lichtern und mit Kunst-Schnee, wie bei Kaiser in Freiburg versetzen die Passanten in winterlich-weihnachtliche Stimmung.



Ganz modern wie bei Hilfiger oder traditionell wie bei Kaiser (rechts)? Die Artenvielfalt ist groß.
Ganz modern wie bei Hilfiger oder traditionell wie bei Kaiser (rechts)? Die Artenvielfalt ist groß.


Auffallend häufig ist der Weihnachtsbaum in diesem Jahr allerdings gar kein Baum. Stilisierte, verfremdete Bäume spielen in den Fenstern des Handels eine ganz große Rolle. Bei Selfridges gibt es eine Pyramide aus Whisky-Flaschen, einen Wald aus weißen Baum-Silhouetten, vor dem Smartphones baumeln, und einen zartgrün gestrichenen Baum, an dem nicht nur Disco-Kugeln glänzen, sondern auch ein Paar Ballettschuhe. Bei Plup in Düsseldorf wird der Christbaum durch weiß gestrichene Holzlatten geformt, bei Konen in München türmen sich weiße Balken zu einem Baum auf. Tommy Hilfiger in München macht im Schaufenster nicht nur mit einem Pistenplan Lust auf ein Ski-Wochenende. Auch der Weihnachtsbaum besteht aus pyramidenförmig aufgestapelten Skiern. So einfach wie wirkungsvoll. Angenehmer Nebeneffekt: Hier nadelt nichts.