Messen, Schauen, Pop-up-Stores – Berlin ist diese Woche Inspirationsquelle Nummer eins rund um Mode- und Retailtrends. Jede Menge Pop-up-Konzepte laden diese Woche in der Hauptstadt zum Entdecken ein. Im Bikini Berlin beispielsweise bieten das Taschenlabel Côte & Ciel sowie Laurèl temporäre Läden. Das KaDeWe stellt in einem Pop-up neue Brands vor. Auch auf der Messe Show & Order wird es eine 150m² große Fläche geben, die das Ladenkonzept „Goldig“ zusammen mit  „Prontofashion.eu“ bespielt. Dort gibt es neben hochwertigen Sofortprogrammen auch Kleidung der Labels Nümph, Selected Femme und Mint zu kaufen.

Doch daneben lohnt sich auch ein Besuch in Berlins neuesten Läden. Obligatorisch ist ein Spaziergang durch Mitte. Zwischen Sophien-, Rosa-Luxemburg- und Torstraße haben sich etliche neue Konzepte angesiedelt, die oftmals auch zum ersten Mal auf dem deutschen Markt sind. Außerdem ein Muss: der Besuch in Berlins brandneuer Concept Mall Bikini Berlin. Hier sind alle Läden einen Besuch wert, denn selbst bekannte Anbieter wie Gant, Vans, Carhartt und Closed haben besondere Konzepte für die Mall entwickelt.

Odeeh. Wie stimmungsvoll das Trendmaterial Sichtbeton eingesetzt werden kann, ist im ersten Flagship Store des deutschen Premium-Labels Odeeh im Bikini Berlin zu sehen. Massive Vorlagetische und Dekopodeste sind coole Hingucker, ohne kühl zu sein. Auf 240m² wird die komplette Kollektion des deutschen Labels präsentiert. Verantwortlich für das außergewöhnliche Store Design ist das mexikanische Architekturbüro Zeller & Moye.

Kickz. Der Store des Münchner Sport- und Streetwearfilialist Kickz in der Berliner Torstraße zeigt, wie man mit einfachen Mitteln einen eindrucksvollen Store gestalten kann. Verwendetes Material: Die Europalette. An sich ist das nichts Neues. Die Palettenoptik gehört zu der im Store Design immer noch beliebten Vintage- und Do-it-yourself-Ästhetik. Ungewöhnlich ist ihr Einsatz als komplette Regalwand. Weiß gestrichen sind sie eine wirkungsvolle Präsentationswand für bunte Sneaker.

Seek no further.
Anfang dieses Jahres meldete sich das mittlerweile etwas angestaubte Label Fruit of the Loom mit einer neuen Premium-Linie und dem coolen Namen „Seek no further“ zurück. Und damit jeder gleich versteht, dass das neue Label nichts mit den langweiligen Kapuzenpullis und Sweats mehr gemein hat, wurde ein Pop up-Store in Berlin eröffnet. Beste Lage, Torstraße 66. Das Store Design ist minimalistisch, aber dennoch bemerkenswert. Ein bisschen Obst steckt auch noch in Seek no further. Vier stilisierte, mannshohe Fruchtstücke der Künstlerin Sarah Illenberger machen deutlich, was der Ursprung von Seek no further ist. Obst reloaded.

Gestalten.
Der zweite Concept Store des Gestalten Verlags bietet seinen Besuchern eine vielfältige Auswahl. Auf der Dachterrasse des Bikini Berlin hat der Shop eine Fläche von 530m² bezogen. Und hat somit genug Platz, um einen Café-Pavillon zu integrieren, in dem man innen sowie außen auf der Terrasse Platz nehmen kann. Außer dem besonderen Ausblick bietet der Concept Store einen aufwendig gestalteten Innenraum. Es werden viele rohe Materialien verwendet wie Holz und Beton, zudem ist die Decke nicht verkleidet und gibt den Blick frei auf nackte Rohre. Das sorgfältig kuratierte Sortiment reicht von exklusiven Markenkooperationen und jungen Designern bis hin zu thematisch wechselnden Produkt-Showcases.

Type Hype. Der Laden in Mitte in der Rosa-Luxemburg-Straße steht ganz im Zeichen der Typographie und ist wie eine alte Setzerei gestaltet. Eine schwere, antike Andruckpresse, alte Industrieleuchten und Bleisatzkästen schaffen eine authentische Atmosphäre für das außergewöhnliche Sortiment. Das besteht aus unterschiedlichen Produkten wie Kissen, Papierware und Home-Accessoires, die immer mit Ziffern oder Buchstaben bedruckt sind. Alle Produkte sind in fünf Designlinien wie Vintage oder Bauhaus erhältlich. Doch Type Hype ist nicht nur ein Store, sondern auch eine Milchbar. Das Angebot reicht vom Glas Brandenburger Bio-Milch über in Berlin gerösteten Kaffee bis zu leckeren Slow Food-Gerichten, die alle irgendwie mit Milch zu tun haben. Den Inhabern Kirsten Dietz und Jochen Rädecker ist die Verbindung von Gastronomie und Shop so geglückt, dass sie dafür sogar den HDE-Preis „Store of the Year 2014“ bekommen haben.

Supermarket. Neben Belgrad und Port Montenegro gibt es jetzt auch einen Supermarket Concept Space in Deutschland. Das serbische Retailkonzept, das Restaurant, Bar, Eventlocation und Modegeschäft vereint, ist mit seiner ersten Filiale hierzulande ins Bikini Berlin gezogen. Auf rund 800m², wovon 200m² für Gastronomie zur Verfügung stehen, präsentiert das Unternehmen neben Büchern, Kosmetik und kleinen Kunstobjekten einen Mix aus etablierten Modemarken wie Adidas, Diadora, Toms, Holy Ghost und Melissa und aufstrebenden Kollektionen wie Ivan Man, Muuto und The Bow Club. Beim Store Design haben die Macher vor allem auf Flexibilität des Interieurs geachtet, um häufig und unkompliziert wechselnde Dekorationen zu ermöglichen. Daneben wurde viel Wert auf umweltverträgliche Baumaterialien und wiederverwertete Möbelstücke gelegt.

Snuggery. Der Do-it-Yourself-Markplatz Dawanda hat erstmal einen Concept Store eröffnet. In dem 80m² großen Laden in der Windscheidstraße in Berlin Charlottenburg werden nur handgemachte Produkte angeboten. Hier gibt es ein buntes Sortiment rund um Wohnaccessoires, Geschenkideen, Bekleidung und Möbel. Angeschlossen ist ein kleines Café, in dem handgemachte Kuchen und Süßigkeiten verkauft werden. Ergänzt wird der Store um das ehemalige Klick Filmtheater, ein Kino, das jetzt für private Filmvorführungen und Präsentationen genutzt wird.



Prag Agency. In der Friedrichstraße 40 hat die Berliner Modeagentur Prag Agency ihren ersten Store eröffnet. Auf über 80m² werden ausgesuchte Labels angeboten, die für Exklusivität, Urbanität und Nonkonformismus stehen. Dazu zählen Avelon, Christian Wijnants, Ina Beissner Jewelry, Iphoria, Kaviar Gauche, Lala Berlin, Lika Mimika, Lunettes und Rika. Zusätzlich zum DOB-Sortiment gibt es ein kleines, exklusives Menswear-Angebot. Neben dem Verkauf sind Veranstaltungen zu Mode- und Kunstevents geplant. Die Gestaltung des Ladens im Stil einer White Cube Gallery wurde von der Prag Agency Architecture Unit unter Leitung des Architekten Amir Abadi umgesetzt. Raumhohe Glasfassaden vermitteln Offenheit und Helligkeit. Ein Séparé dient als exklusiver Ankleideraum.



Eleven Paris. Das französische Label Eleven Paris präsentiert sich in Berlin-Mitte mit dem ersten Geschäft in Deutschland. Auf 100m² gibt es sowohl die Damen- als auch die Herrenmodekollektion zu kaufen. Der Store befindet sich in der Münzstraße 22 und ist in minimalistischem Design gehalten: Rauer Waschbeton trifft auf cleane Holzregale. Die Frühjahr/Sommer-Kollektion wird mit der aktuellen Kampagne präsentiert. Testimonial ist Kate Moss, die vom britischen Fotografen Craig McDean in Szene gesetzt wurde. Die Kampagnen-Motive bilden gerahmt die Wanddekoration des Ladens.