Materialinnovationen, Technikrevolutionen und jede Menge Investitionen – im Jahr 2014 gingen einige wegweisende neue Stores an den Start. Messing und Marmor wurden als die neuen Lieblingsmaterialien auserkoren. Aber auch schlichtes Weiß und großflächiges Schwarz waren weiterhin ein wichtiger Trend. Was alle Läden vereint: Es geht weg vom  vollgehängten Laden hin zum Geschäft mit Showroom-Charakter. Wenig Ware, stattdessen ganz besonderes Interior. Oftmals sind die Läden fast wie Wohnungen eingerichtet. Zum Kaufen, Bleiben, Wohlfühlen. Das sind die fünf inspirierendsten Neueröffnungen des Jahres:

Gallery: Marina Rinaldi, London



Marina Rinaldi, London.
Inmitten der noblen Londoner Gegend Mayfair, auf der Albemarle Street, hat Marina Rinaldi einen Flagship-Store eröffnet, der zweifelsohne zu den zukunftsweisendsten Eröffnungen des Jahres gehört. Der Laden ist wie eine Mischung aus Wohnung und Showroom gestaltet, mehrere Räume, die geschmackvoll in Eiche, Samt und Kupfer schwelgen. Stuck und Kronleuchter schmücken die Decken. Bücherregale, Sitzecken, und Kamin sind auf den Punkt ausgewählt. Die Kollektion hat viel Platz. Lediglich ein bis zwei Warenträger sind in den einzelnen Räumen untergebracht. Bücherregale, Sitzecken, ein Kamin und eine Sitzgruppe schaffen eine heimelige Atmosphäre. Alle Stücke der Kollektion haben sehr viel Raum. Nur jeweils sehr wenige Warenträger sind in den einzelnen Räumen untergebracht. Stuck an den Decken, ein einladender Treppenaufgang und die Wahl von außergewöhnlichen Leuchten wie ein besonderer Kronleuchter schaffen ein ganz besonderes Interieur im englischen Stil.

Gallery: Lala Berlin, Berlin


Lala Berlin, Berlin.
Unkonventionell, dennoch elegant. Das will Lala Berlin sein. Die Kollektion ist es bereits. Jetzt zieht das Store Design nach, das neue Flagship in Berlin Mitte zahlt mit seinem klaren, modernen Look auf das selbe Konto ein: Schwarze kubische Blöcke, roher Beton, dunkles Holz und auf Hochglanz poliertes Messing dominieren, stehen im Kontrast zueinander und erzeugen in dieser Konstellation eine einzigartige Stimmung: düster, futuristisch, dennoch einladend. Das Messing-Objekt "Hangig Art" stellt feine Notenlinien dar und dient als unkonventionelle Kleiderstange. Hängende Warendisplays sorgen für Luft auf der Fläche. Umkleidekabinen verschwinden geschickt hinter einem massiven, gefalteten Kubus, der im Zentrum des Geschäfts thront, wie ein Diamant anmutet und immer neu mit Ware bespielt werden kann. Amir Abadi vom Berliner Architekturbüro Neoplan zeichnet für das Store Konzept des 120m² großen Ladenlokals verantwortlich.

Gallery: Céline, London


Céline, London. Das französische Modehaus Céline hat in diesem Jahr einen Flagship-Store im Londoner Stadtteil Mayfair in der Mount Street eröffnet. Es ist der erste Store der Marke unter der Regie von Creative Director Phoebe Philo in der britischen Metropole. Das Store-Design, das Philo und ihr Team für das 600m² große Projekt mit einer Verkaufsfläche von 300m² kreiert haben, wirkt wie maßgeschneidert für den reduzierten Céline-Stil. Hinter der Fassade mit den von dunklem Iroko-Holz eingerahmten Fenstern dominiert ein zentraler ovaler Bereich, um den herum grau marmorierte Wandelemente die Abteilungen für Taschen, Schuhe und Ready-to-Wear trennen. Hingucker ist der Fußboden, der auf den ersten Blick wie Parkett aussieht, aber aus 6000 Marmorplatten besteht. Interessante Effekte werden durch den Einsatz von zwölf verschiedenen Marmor-Typen und -Farben erzielt mit Intarsien von Halbedelsteinen. Zusammen mit dem dänischen Künstler FOS wurden Türgriffe aus Gusseisen, Kronleuchter, Tisch und Schmuckvitrinen, Sofas und Lampen entwickelt.

Gallery: Band of Outsiders, Tokio



Band of Outsiders, Tokio.
Der erste eigene Store. Eine Herausforderung in vielerlei Hinsicht. In Tokio, der Stadt der architektonischen Meisterleistungen und Automaten, der Stille und der Extreme – und der verwöhnten Konsumenten soll dem Unternehmen eine authentische und imageträchtige Retail Identity verpasst werden. Eine große Herausforderung für die Ladenbauer. Entstanden ist ein Store der Extraklasse im Industrie-Design, eine Art Fashion-Labor, das von einer massiven Stahlkonstruktion dominiert wird. Die Macher nennen sie liebevoll Monster. 28 multioptionale Stahlarme unterstützen aus der Ladenmitte heraus wie ein Karussell alle Vorrichtungen des Stores: Umkleidekabinen, Kasse, Vitrinen, Kleiderstangen, Hängeregale und einen digitalen Projektor. Alles scheint im Raum zu schweben und kann flexibel auf den konzentrischen Schienen, die in den Betonboden eingelassen sind, verschoben werden. Mit wenigen Handgriffen kann der 170m² große Store damit komplett verändert werden. Für das Design des Ende vergangenen Jahres eröffneten Ladens zeichnen das italienische Architektur- und Design-Büro Lot-Ek und der japanische Architekt Koki Hashimoto verantwortlich.

Gallery: Mondelli, Würzburg


Mondelli , Würzburg.
Der Laden gleicht einem (Kunst-)Atelier mit Raum und Luft zum Atmen, Schlendern, Entdecken und Staunen. Die Dominanz der Farbe Weiß unterstreicht den sinnlichen und ruhigen Appeal der Räume. Weiß lackierte Shabby-Chic-Möbel, ein weißer Kamin, eine beleuchtete Glas-Decke und Jugendstil-Fenster prägen die Räume. Das Credo: Viel Fläche, wenig Ware. Die Kunden sehen trotzdem das gesamte Sortiment – via Tablet im Online-Shop des Unternehmens, das an mehreren Stellen auf Kunden wartet. In einer 60m² großen Außen-Lounge kann man es sich zudem richtig gemütlich machen. Der 120m² große Concept Store wurde von Konhäuser Ladenbau (Estenfeld) umgesetzt.