Es muss etwas passieren. Von Emotionalisierung der Flächen ist die Rede. Von Einkaufserlebnis und Wohlfühlfaktor. Doch wie genau bringt man Emotion auf die Fläche? Und wie gestaltet man einen Laden so, dass sich die Kunden darin wohlfühlen? Inspiration gibt es auf großen Messen wie der Bread & Butter. Auf den ersten Blick lässt sich zwar kein Stand Eins zu Eins auf einen Store übertragen. Schaut man sich die Präsentationen genauer an, so gibt es dennoch viele gute Ideen. Eines ist allen Beispielen gemein: Das Erlebnis, nicht die Kleidung steht im Mittelpunkt. Ein klares Statement, das gelernte Arbeitsweisen der Warendarbietung in Frage stellt. Die Top 3-Präsentationen von der Bread & Butter:

Pepe Jeans.
Man schlendert gemütlich umher. Schaut sich schöne Stände an. Kauft hier und dort eine Kleinigkeit. Und am Ende gönnt man sich ein leckeres Stück Kuchen oder ein kühles Radler unter Bäumen. Nirgendwo geht das besser als auf dem Markt. Und Pepe Jeans hat das Marktfeeling auf die Bread & Butter geholt. Wie auf einem Marktplatz reihen sich kleine Stände aneinander. Hier gibt es weit mehr zu entdecken als Jeans. Unter rot-weiß-gestreiften Schirmen werden nicht nur süße Leckereien wie kleine Kuchen und Muffins verkauft, auch handgemalte Illustrationen und alte Krüge werden angeboten. Dazwischen immer wieder kleine Stände, an denen Stücke aus der Pepe-Jeans-Kollektion auf vermeintliche Käufer warten. Auf alten Holztischen ausgelegt oder an Fleischerhaken hängend wird so ganz unaufdringlich die neue Kollektion präsentiert. Hier schlendert man gerne umher, denn es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken.

Der Clou: In der Mitte der U-förmig angeordneten Stände lädt ein „Marktplatz“ zum Verweilen ein. Er ist begrünt mit Rankgewächsen, es gibt Sitzgarnituren und eine Bar im Gewächshausstil. Man fühlt sich gleich wohl in diesem sommerlichen Ambiente. Am Rande verwandeln Künstlern eine weiße Wand im Laufe der Messetage Strich für Strich in eine historische Schaufensterzeile. Das ist spannend. Wo etwas passiert, da bleibt man stehen.


Franklin & Marshall. Große Nummern. Basecaps. Sneaker. Collegejacken. Sportswear-Elemente nehmen in kommenden Kollektionen immer mehr Raum ein. Vor allem Hip Hop-Styles sind wieder ganz groß. Und Franklin & Marshall reizt das auf seinem diesjährigen Stand bis aufs Letzte aus. Der Booth gleicht einem großen Basketballfeld in der Bronx. Bodenmarkierungen, Basketballkorb, Maschendrahtzaun und Graffiti inklusive. Auf dem Feld gibt es echte Basketball-Spieler, die, gekleidet in Frankling & Marshall, die Aufmerksamkeit schon von Weitem auf sich ziehen. Die Kleidung wirkt wie zufällig in der Szenerie platziert. Mal hängt ein Stück über dem Maschendrahtzaun, mal ist ein Shirt über einen Fahrradlenker geworfen. Man bleibt stehen, schaut den Spielern beim Körbewerfen zu. Und ganz nebenbei bekommt man ein Gefühl für die Marke.



Marc O’Polo. Einfach mal Mäuschen spielen, in fremde Wohnungen gucken und sich Inspiration holen – was bei Ikea immer noch zu Stau an Samstagen führt, hat sich jetzt auch Marc O’Polo auf seinem Messestand zunutze gemacht. Der Stand ist unterteilt in Einheiten, die Zimmer ähneln. Das Bett im „Schlafzimmer“ sieht so gemütlich aus, dass man sich am liebsten hineinlegen möchte. Alle Möbel, die Tapete und der Fußboden sind farblich auf die Kollektion abgestimmt. Im Kinderzimmer sorgen ein Riesenkamel und eine Seifenkiste für Kindheitserinnerungen. Und der alte Schaukelstuhl tut sein Übriges. Die Denim-Stücke sind in einem Zimmer untergebracht, das Club-Feeling verströmt. Vor einem schwarzen Hintergrund hängen Glühbirnen von der Decke. Gruppen von hölzernen Schaufensterfiguren stehen herum wie Freunde, die zu Besuch sind. Und an jeder Ecke stehen Arrangements aus Lampen, Stühlen und Tischen, durch die eine heimelige Atmosphäre entsteht. Das ist wohl gemeint, wenn von "Wohlfühlfaktor" die Rede ist.