Eigentlich ist es die gute alte Kaufhaus-Idee. Neudeutsch: One Stop-Shopping. Eine Agglomeration mehrerer Einzelhandels- oder Dienstleistungsbetriebe: Mode. Daneben Frisör, Schuster, Florist. Kunden können an einem Anlaufpunkt mehrere Bedürfnisse befriedigen. Bedarf – da liegt die Krux. Bedarf ist nicht sexy, überrascht nicht. Bedarf ist 0815.

Aber die Grundidee ist gut, das erkennen immer mehr Einzelhändler und flankieren ihr Sortiment mit Dienstleistungen. Party- und Geschenk-Service, Papeterie, Confiserie, Denim-Repair-Shop, und ja – einem Frisör. Dabei geht es nicht um ein möglichst breites Angebot, es soll das beste sein. Der Kunde muss das Gefühl haben, hier bekomme ich das beste Produkt, den besten Service in der Stadt, den Star-Coiffeur. So passt es in unsere Zeit. Anspruchsvoll, aber erstrebenswert. Die Kunden kommen. Und sie bleiben. Trinken Kaffee und kaufen Kleider. Waschen, föhnen, legen und shoppen.

Ein besonders inspirierender Laden hat jüngst in Stockholm eröffnet. Landet Järna ist Store, Restaurant und Florist in einem. Mittlerweile zum Spezialisten für Organic-Flowers avanciert. Hier bekommt man alle erdenklichen Blumen und Gewächse, die in der Gegend zu finden sind, garantiert ungespritzt und ungezüchtet. Hier hat jedes Exemplar seinen Platz, präsentiert wie wahre Kunstwerke. Die Verkäufer sind wahre Nerds. Können eine halbe Stunde über die richtige Vase zur gewählten Blume philosophieren – wenn erwünscht. Sympathisch, authentisch. So ist Landet Järna auch zum Treffpunkt für Szene-Menschen geworden.

Weitere inspirierende Läden finden Sie in der TW 43 vom 24. Oktober 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 23. Oktober 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.