Neue Store-Konzepte, die Integration von Digitalem, ungewöhnliche Interieur-Ideen - 2013 gab es jede Menge Neueröffnungen. Vom kleinen Pop-up-Store bis zum luxuriösen Designer-Flaggschiff. Inspirationen stecken in vielen von ihnen. Ob es nun die besonders gelungene Integration von Technik ist, wie beispielsweise im Pariser Lagerfeld-Geschäft, oder die besonders gelungene Umsetzung eines temporären Konzeptes wie beim Münchner Concept-Stores Haeppi Piecis. Das sind die fünf inspirierendsten Neueröffnungen des Jahres:

Gallery: Acne Los Angeles

Acne, Los Angeles.
Das neue Store Design, das Acne zuerst im Septmeber diesen Jahres in London vorstellte, ist schon etwas ganz Besonderes. In Los Angeles hat im Dezember der bisher größte Acne-Store im neuen Design eröffnet. Auf knapp 470m² gibt es das komplette Acne-Sortiment von Damen- und Männermode über Taschen, Accessoires und Schuhe zu kaufen. Der Store ist in einem bekannten Art Deco-Gebäude am South Broadway gelegen und beeindruckt, wie auch schon die Läden in London, Paris und Osaka mit jeder Menge Metall und perforierten Aluminium-Wänden. Der pinke Terrazzoboden und die blauen Teppiche bilden einen spannenden Kontrast. Die Möbel wurden exklusiv von Acne Studios für den Store designt. Außerdem gibt es einen Bereich, der für private Shoppingtermine reserviert ist. Jonny Johansson, Creative Director bei Acne Studios, hatte zudem den Wunsch, seinen Lieblingskaffee aus Stockholm im Laden zu haben. Im ilcaffè lässt es sich ganz gemütlich bei einer Tasse Kaffee nach dem Shoppen relaxen. Auffälligster Hingucker ist aber sicherlich der riesige Fliegenpilz mitten im Laden - eine Installation des belgischen Künstlers Carsten Höller.

Gallery: Lagerfeld in Paris

Karl Lagerfeld, Paris.
Am Pariser Boulevard St. Germain eröffnete im März der erste Concept-Store von Karl Lagerfeld. Auf 209m² werden neben Mode für Frauen und Männer, Schuhen, Handtaschen und weiteren Accessoires u.a. auch ausgewählte Designbücher, Fotografien, Objekte und Produkte von Kooperationspartnern wie der brasilianischen Schuhmarke Melissa präsentiert. Das Store-Konzept wurde von Plajer & Franz Studio in Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld und der New Yorker Agentur Laird + Partners entwickelt. Das Ladendesign des in Schwarz und Weiß gehaltenen Geschäfts ist an die typische Handschrift Lagerfelds angelehnt. Er setzt auf Reduktion in Kombination mit starken Kontrasten bei Form, Farbe und Oberflächen. Der Mix aus klassischen und modernen Elementen ist ein wichtiger Gestaltungsaspekt. Glas- und Spiegelflächen werden matten Oberflächen gegenübergestellt, wodurch ein Spiel mit Perspektiven entstehen soll. Auch im digitalen Bereich hat der Laden einiges zu bieten. So gibt es u.a. einen Multimedia-Screen, mit dem die Kunden über i-Pads interagieren können. In den Umkleidekabinen können sich Kunden mit einem Lagerfeld-Teil ablichten lassen und das Foto direkt verschicken.

Gallery: Haeppi Piecis



Haeppi Piecis, München. Im Juli eröffnete in München der Design Concept-Store Haeppi Piecis. Die temporäre Ladengalerie in der Maximilianstraße ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Münchner Mode- und Schmuckdesignern, Musiklabels sowie Buchverlagen. Verkauft werden Produkte aus den Bereichen Mode, Schmuck, Accessoires, aber auch Porzellan, Lampen und Bücher. An das Geschäft ist die gleichnamige Galerie angeschlossen. Initiatoren sind die Designerinnen Anna Gericke und Alexandra Weigand. Das Ladenlokal, ein ehemaliger Teppichladen mit 180m² Verkaufsfläche, besticht durch seine warme Atmosphäre, die durch den Einsatz von viel Holz und Holzoptiken entsteht. Der Store ist noch bis Ende Januar geöffnet.

Gallery: Beymen, Istanbul

Beymen, Istanbul.
Beymen setzt in Istanbul einen Meilenstein. Auf einer Fläche von 9600m² hat der türkische Topfashion-Filialist im November ein neues Flaggschiff eröffnet und verkauft dort Mode für Frauen, Männer und Kinder, Wohnaccessoires und Bücher. Außerdem gibt es ein Café und das von dem Sterne-Koch Michael White betriebene Restaurant Morini. Das aufwändige Store-Design soll die Aspekte Mode, Kunst und Architektur zusammenführen und den kulturellen Reichtum Istanbuls widerspiegeln. Verantwortlich dafür ist die Michelgroup GmbH aus Ulm.

Gallery: Fendi, Paris

Fendi, Paris. Fendi hat in Paris während der Haute Couture-Woche im Juli seinen neuen Flagship-Store in der Avenue Montaigne 51 eingeweiht. Das 600m² große Geschäft hat zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss, das Taschen und Accessoires gewidmet ist, gibt es eine aus 30.000 Bronze-Nadeln bestehende Installation, die Fendis „Baguette“-Tasche in Szene setzt. Ebenfalls dort befindet sich eine Made-to-Order-Ecke, in der Kundinnen für persönliche Taschen-Styles zwischen den feinsten Ledersorten, Farben und Finishes wählen können. Im ersten Stock sind Schuhe, die Ready-to-Wear-Kollektionen und ein Made-to-Measure-Bereich für Pelze untergebracht. Edle Materialien und eine sanfte Beleuchtung schaffen eine feminine, luxuriöse Atmosphäre. Zum Material-Mix, in dem sich Matt-/Glanz-Kontraste mischen, gehören römischer Travertin-Stein an den Wänden und lederbezogene Regalelemente. Bronze und Samt wurden in den diversen Sitzmöglichkeiten verarbeitet. Für das Interieur, das der Ladendesigner Gwenael Nicolas entworfen hat, wurden Künstler wie der bekannte britische Bildhauer Tony Cragg und die Londoner Designerin Maria Mergay verpflichtet. Sie haben eigens für diesen Laden besondere Blickfänge entworfen. Dazu zählt eine Skulptur von Tony Cragg im Eingangsbereich, eine monumentale, beleuchtete Säule aus bunten Glaselementen an der geschwungenen Treppe von Gwenael Nicolas sowie eine Holz-Inlay-Wand und ein Tisch von Maria Pergay. Das Mobilar besteht aus Werken von Gio Ponti, Gabriella Crespi und Hervé van der Straeten.