Ab auf die Couch! Wer jetzt an den Besuch beim Psychiater oder das letzte Fußballspiel vor dem Fernseher denkt, der war wohl schon sehr lange nicht mehr in der Stadt. Denn die Lounge-Ecke gehört mittlerweile im Handel zum guten Ton. Lediglich die meisten Vertikalen lassen ihre Kunden im Laden noch stehen. Alle anderen setzen auf Sofas, Sessel und Beistelltischchen und hoffen, dass die Kunden sich dadurch im Laden wohlfühlen. Doch ein Sessel macht noch lange keine Lounge-Ecke. Meist braucht es aber nicht viel, um dem Kunden eine kleine Oase im Laden zu schaffen.

Die Faustregel für eine Lounge lautet: Sofa/Sessel + Tisch + Lampe = Lounge. Geglückt ist diese Formel beispielsweise beim Konzept Store Chrystall in Düsseldorf. Denn hier sind die drei Elemente schon für sich genommen sehenswert. Die Lounge besteht aus einem weinroten Chesterfield-Sofa, einer alten Tripod-Leuchte und einem abgewetzten Vintage-Tisch. Das ergibt eine geschmackvolle Zusammenstellung, passend zum restlichen Vintage-Look. Eine weitere Faustregel lautet: Je höherwertig das Format, desto mehr Platz für die Lounge-Ecke. Das sieht man nicht nur bei Marina Rinaldi in London, wo sogar ein Kamin und ein Fernseher dazukommen, sondern auch bei Karen Millen, ebenfalls London, oder Chanel in Hamburg.

Faustregel Nummer drei: Style kommt vor Gemütlichkeit. Kein Kunde will stundenlang im Geschäft herumsitzen. Oft geht es nur darum, den Kunden eine Möglichkeit zum Taschenabstellen zu geben. Und das Gefühl, willkommen zu sein. Ausgewählte Sitzmöbel drücken Designkenntnis oder guten Geschmack aus. Ob Hay bei Dollinger, Eames bei BB loves oder der Statement-Plüschsessel bei Max Mara – die Sitzmöbel funktionieren hier eher als Dekoartikel denn als Sitzplatz. Trotzdem: Im Notfall freut sich der shoppingmüde Kunde über die Sitzgelegenheit. Und besser Aussehen als beim Psychiater tut’s auch.