Hingucker allerorten, von New York bis Paris. Wer das verwöhnte Schauenpublikum für sich gewinnen will, der setzt schon lange nicht mehr nur auf eine außergewöhnliche Kollektion. Was für Läden gilt, gilt eben auch in gleichem Maße für den Laufsteg. Es gilt, das Publikum zu verzaubern. Vom französischen Bistro bis American Football, von Familienidyll bis Wasserlandschaft – das waren die besten Inszenierungen der internationalen Schauenrunde:

Prada. Pastelle bis ins letzte Detail – das war das Motto der Prada-Show. Zu Beginn wurden den Gästen Drinks und kleine Häppchen in den Farben Rosé und Mintgrün gereicht. Und der Catwalk war ein Bühnenbild aus vier aneinander gereihten Zimmern, ebenfalls in den Farben Rosé und Mint. Diese Kulisse bildete den Hintergrund für eine Kollektion, die sich in ihrer Farbigkeit ideal in die Pastellwelt einfügt.

Chanel. Der Meister der Catwalk-Inszenierung, Karl Lagerfeld, hat sich auch in diesem Jahr wieder vom alltäglichen Leben in Paris inspirieren lassen. Nach Supermarkt und Straßendemo im vergangenen Jahr, ließ er eine typisch französische Brasserie im Grand Palais aufbauen. Lagerfelds Muse Baptiste Giabiconi mimte den Kellner und die Schauenbesucher in der ersten Reihe saßen an gedeckten Tischen.


Kenzo. Bewegt ging es bei Kenzo zu – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Riesige, mit reflektierender Folie beklebte Säulen fingen plötzlich an, sich wie von Geisterhand gesteuert durch den Raum zu bewegen. Fast schienen sie mit den Models zu tanzen. Bei einer solch atemberaubenden Inszenierung konnte man schon mal fast vergessen, um was es hier eigentlich ging. Und die Models schienen wie kleine Spielfiguren in einem Säulenlabyrinth.

Tommy Hilfiger. Tommy Hilfiger liebt den American Style und die Americaner lieben Football. Dass der Designer zum 30. Geburtstag der Marke seinen Catwalk in ein Football-Stadion verwandelt, ist daher leicht zu verstehen. Auch die Kollektion zeigte sich vom American Football inspiriert. Die typischen Helme, Trikot-Styles und Football-Jacken sehen in adäquater Umgebung gleich viel authentischer aus.

Dolce & Gabbana. Schon bei den HAKA-Schauen setzten Dolce & Gabbana auf die typisch italienische Familie. Dieses Bild wurde jetzt auf der DOB-Schau unter dem Motto Mamma Mia fortgeführt. Insgesamt elf Models hatten ihre Kinder dabei, mit denen sie über den Catwalk spazierten. Model Bianca Balti lief hochschwanger mit und sorgte so für reichlich Gesprächsstoff, nicht nur in den sozialen Medien.

Erdem. Der Designer Erdem Moralioglu hat kürzlich seine Wohnung renoviert und daran wohl viel Gefallen gefunden. Als Inspiration für seine Umgestaltung und die Catwalk-Inszenierung diente ihm eine Nachbildung eines extravaganten Pariser Appartments, das er auf der Frieze Masters Art Fair im letzten Oktober gesehen hatte. Ausdrucksstarke Blumentapeten, Samtmöbel und Lampen im typischen 70er-Jahre Stil untermalen perfekt die Kollektion.

Hunter. Regen ist das Thema schlechthin, wenn es um Hunter geht. Und reichlich Wasser gab es auch auf der Show in London. Der Laufsteg führte über ein Wasserbecken. Darüber waren Wasserfälle über mehrere Ebene gebaut. Am Ende der Show trugen alle Models transparente Regencapes und Gummistiefel und kamen so trockenen Fußes über den Laufsteg.