Nur wenig kauft sich so unkompliziert wie eine Tasche. Sehen, näher anschauen, umhängen, bezahlen. Der Taschen-Markt wächst in Deutschland. Immer noch. Die jüngsten Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den Monat August weisen ein zweistelliges Wachstum aus. Und die Marktforscher sehen weiterhin Potenzial.

Gerade zum Saisonstart setzt der Handel in seinen Schaufenstern deshalb gerne auf Taschen, Schuhe und Accessoires. Sie lassen sich mit vergleichsweise kleinem Aufwand spannend inszenieren. Wir haben die aktuellen Schaufenster im Hinblick auf Taschen- und Schuhpräsentationen unter die Lupe genommen – und jede Menge Futter für die VM-Mind Map gefunden. In New York, London und Paris. Aber auch in Oldenburg. Das sind unsere Favoriten.

Zwei diametrale Richtungen bestimmen dabei die Präsentationen. Entweder richtig klotzen, über Menge und Größe Kompetenz zeigen oder Einzelteile hervorheben und so zum Objekt der Begierde machen. Siehe Leffers in Oldenburg. Eine einzige Tasche, die auf den beleuchteten Großbuchstaben „Show“ steht, ein Paar Schuhe in einem Ring. Da ist Hingucken und Nähertreten fast schon garantiert. Oder die Schuhschaukel von Saks Fifth Avenue in New York. Jede Tasche, jedes Paar Schuhe steht auf einem eigenen dicken, unbehandelten Brett, das an der Decke des Schaufensters aufgehängt ist. Und kann so für sich wirken. Überhaupt werden Schuhe und Taschen in dieser Saison offenbar gerne aufgeknüpft. Bei Harvey Nichols hängen einzelne Sneaker und Taschen an dicken Seilen.

Ganz anders, aber nicht minder aufmersamkeitsstark, macht es Lord&Taylor in New York. Über eine Vielzahl von Schachteln und Schuhen wird die Größe der Auswahl transportiert. Der Schriftzug „Shoe obsessed“ tut sein übriges. Ähnlich geht Fenwick in London an das Thema heran. Auch hier setzen die Visual Merchandiser auf die Symbolik der Kartons, zusätzlich werden übergroße Schuhe als Eyecatcher eingesetzt. Sehr originell ist das Visual Merchandising bei Harrods. Anlässlich einer Aktion zum Thema traditionelle Handwerkskunst wurden an der Brompton Road ganze Schaufenster jeweils nur mit den Taschen einer Luxus-Marke gestaltet. Die Verwendung von bezogenen Schneiderbüsten und Schnittmusterbögen im Hintergrund unterstreicht den Heritage-Charakter.