Never change a winning team – so oder so ähnlich scheint die Devise vieler Modehändler zu lauten, wenn es um die Gestaltung der Sale-Fenster geht. Mit roter Farbe, dicken Prozentzeichen und der Aufschrift Sale oder Rabatt kann man ja eigentlich nichts verkehrt machen. Ob bei Galeria Kaufhof, Esprit, Hallhuber oder auch Peek&Cloppenburg – pünktlich zum Sale wird die ein halbes Jahr vorher eingemottete Dekoration herausgeholt. Die Vorteile liegen auf der Hand, die bestehende Schaufensterdekoration muss nicht auf Sale umgebaut werden, die Händler stellen ganz klar den Ausverkauf in den Vordergrund und die Passanten wissen sofort, dass die Zeit der Schnäppchen angebrochen ist. Der Wiedererkennungswert ist enorm hoch.

Abgeschaut haben sich das die Händler bei Zara. Der zur Inditex-Gruppe gehörende Filialist hat gefühlt seit seinem Start in Deutschland immer dieselbe Sale-Deko gehabt. „Sale" in roten Großbuchstaben auf einem grau-bräunlichen Hintergrund mit Zoomeffekt. Dass sich aber irgendwann eine jede Sale-Deko tot gelaufen hat, zeigt sich in der aktuellen Ausverkaufsphase. Statt Rot und Grau setzen die Spanier jetzt auf die Farbkombination Weiß und Schwarz. Statt eines lauten Motivs, das die Passanten förmlich in den Laden hineinzuziehen scheint, werden jetzt leise, wenn nicht sogar zarte Töne angeschlagen. Auf einer an die Rückwand des Schaufenster gelehnten mannshohen weißen Tafel steht zwar „Sale" in schwarzen Versalien, doch nichts wirkt schwer oder laut. Ein echter Hingucker zwischen den knallroten Schaufenstern der Mitbewerber.