Bald ist Weihnachten. Mit dieser wenig überraschenden Erkenntnis leitet Karin Wahl die von ihr präsentierte Live-Schaufensterdekoration im Rahmen der Messe Tendence in Frankfurt ein. Ein wenig provozieren will die Dekorateurin und Trainerin im Bereich Visual Merchandising natürlich schon damit. Aber in der Tat klopft der für den Handel wichtigste Termin im Jahr immer lauter an die Tür. Ganz genau genommen sind es noch 118 Tage bis zum Weihnachtsfest.

Wer jetzt noch keine Idee für seine Dekoration hat und auch nicht das Merchandising-Budget von Harrods, Harvey Nichols oder Bergdorf Goodman, muss nicht verzweifeln. Auch auf die Schnelle und mit einfachen Mitteln sind zumindest für kleinere Häuser attraktive Dekorationen für das wichtigste Fenster des Jahres umsetzbar. Dass ein gutes Fenster nicht teuer sein muss, zeigt Karin Wahl anhand von vier Beispiel-Dekorationen, die immer nach dem gleichen, einfachen Prinzip aufgebaut sind.

Im Mittelpunkt steht ein pyramidenförmiger, stilisierter Christbaum. Mal wird der Weihnachtsbaum aus einfachen Dachlatten aus dem Baumarkt arrangiert, mal sind es aufeinander gestapelte Holzstühle. Pyramidenförmig aufgebaut wirken sogar alte Weinkisten und Versandkartons wie Weihnachtsbäume.

Vorher/Nachher: Im Handumdrehen entsteht in dem gelben Viereck eine stimmungsvolle Weihnachtsdeko.
Vorher/Nachher: Im Handumdrehen entsteht in dem gelben Viereck eine stimmungsvolle Weihnachtsdeko.


Und wie so etwa entstehen kann, zeigt Karin Wahl gemeinsam mit einem Assistenten. Quasi im Handumdrehen wird aus einem leeren, gelben Viereck ein stimmungsvolles, aber modernes Weihnachtsfenster, in dessen Mittelpunkt eine Pyramide aus Versandkartons steht.

Fürs Selbst-Dekorieren gibt Karin Wahl die folgenden, ganz einfachen Tipps, nicht nur zur Weihnachtszeit:

• Das Hauptelement nie in der Mitte des Fensters aufbauen. Die meisten Menschen nähern sich dem Schaufenster von rechts, deshalb sollte die Gestaltung immer ein wenig nach links gerückt sein.

• Produkte möglichst aus einer Farbfamilie wählen, das erzeugt ruhige Fenster. Weniger ist mehr.

• Materialkontraste sorgen für Spannung. Zum Beispiel rauhe mit glatten Oberflächen kombiniert oder so wie im Beispielfenster alte Holzstühle zu modernen Produkten.

• Die Ware ist der Star und Licht dabei das wesentliche Gestaltungselement, um einzelne Produkte hervozuheben.