Weiche Teppiche, Naturhölzer, Lounge-Ecken. Den Kunden eine Oase schaffen, ein Home away from Home. So lautete lange das Credo für Store Design. Doch jeder Trend produziert stets einen Gegentrend. Meist erst zu sehen in kleinen Concept Stores und High Fashion-Läden, bevor er den Sprung in den Mainstream schafft. Jetzt kommt der Gegentrend zum Kuschelkurs - coole Kacheln.

Mutige haben den kompletten Laden gefliest. Wände, Boden und sogar Möbel. Läden sehen plötzlich nicht mehr aus wie Wohnungen, sondern erinnern an Metzgereien, Bäckerläden oder U-Bahn-Stationen. Oder waren es sogar einmal, wie der Pop up-Store Qwstion, der in Berlin in einer alten Bäckerei eröffnet hat. Der Trend dazu ist global auszumachen. Man findet gekachelte Läden in Mexiko, Reykjavik, Paris und Berlin. Dabei reicht die Bandbreite von kleinen weißen Kacheln (Par La Roy) über pixelförmig als Gestaltungselement eingesetzte Kacheln (Suit Shop) bis zu grasgrünen Fliesen (Aesop), die an den nahen U-Bahnhof Alexanderplatz erinnern.

Doch es muss ja nicht gleich die volle Dosis Fliesen sein. Auch wer sie nur für Boden oder Wände benutzt, gibt Läden einen modernen Look. Bei Carven in Paris werden senfgelbe und weiße Kacheln gemischt und verleihen dem Laden eine ultramoderne Schwimmbad-Atmosphäre. Und bei Gant Rugger in Berlin und Jigsaw in London sind die weißen Kacheln ein Kontrast zu Schieferplatten und offenen Backsteinwänden. Auch wenn ein deutlicher Trend zu hellen Fliesen auszumachen ist, auch Schachbrettmuster in Grau/Weiß oder schwarze, mosaikartige Kacheln wie bei Tom Greyhound sind denkbar, um Läden einen trendigen Anstrich zu verpassen. Und sie so vom Kuschelkurs abzubringen.