Gleich nach dem Cyber Monday, der mit über 2 Mrd. Dollar Online-Umsatz (1,6 Mrd . Euro) als bisher umsatzstärkster Tag für E-Commerce in die Geschichte des US-Handels einging, diskutierte die Branche anläßlich des von der Association for Retail Environments (A.R.E.) organisierten Retail Design Collective Anfang Dezemer in New York die aktuellen Retail-Trends. Um die Menschen auch zukünftig von der bequemen heimischen Couch in ihre stationären Stores zu locken, müssen die Retailer ihre Kunden überraschen, erfreuen und möglichst persönlich in das Geschehen miteinbeziehen, so das Fazit. Das sind die fünf wichtigsten Trends:

Harroin im Flagship von Urban Outfitters
Harroin im Flagship von Urban Outfitters
1.
Local Flair. Für ein intimes, lokales Flair holen sich die großen Filialisten gern ortsansässige Designer, Hersteller und Unternehmen in ihre Stores. Oft verfügen diese Namen bereits über eine gewisse Bekanntheit in der Region, von der große Partner zusätzlich profitieren können. Sei es ein Ableger des bekannten Trend-Store Opening Ceremony im Ace-Hotel in Midtown, Outposts des aus Los Angeles stammenden Star-Friseurs Hairroin und des Chicagoer Kaffeehauses Intelligentsia im Flagship-Store von Urban Outfitters oder eine zweite „Filiale“ des legendären New Yorker Buchladens „The Strand Book Store“, wo Patti Smith schon in den 70er Jahren gearbeitet hatte, in der eleganten Club Moncaco-Filiale auf der Fifth Avenue.

Fotokabine bei Urban Outfitters New York
Fotokabine bei Urban Outfitters New York
2. Engage the consumer. Der Kunde macht mit. Ob als Designer oder Schüler – die Kunden werden in das Geschehen im Laden miteinbezogen. Egal, ob Taschendesign bei Freitag oder Schuh-Design bei Nike, ob Schminkkurse bei Sephora oder Kochkurse im Food-Store – Hauptsache es findet Interaktion auf der Fläche statt. Dann wird aus dem Einkauf das vielbeschworene Erlebnis. Auch das Aufstellen eines Fotoautomaten oder die von Kunden unterschriebenen Sneakers im New Yorker Converse-Store gehören in diese Kategorie – als eine Art lebendig gewordenes „like“.

Jeff Koons für H&M
Jeff Koons für H&M
3. Art, Art, Art. Kunst in allen erdenklichen Ausdrucksformen. Als Wanddekor aus Mosaik oder – wie im Falle von Crocs und Lego – gleich mit überdimensionalen Figuren aus den Produkten, antike Wandmalereien oder futuristische Skulpturen, als Künstler-Kooperation wie jüngst bei H&M und Jeff Koons, Uniqlo und Diane von Furstenberg, die sich für ihre aktuelle Kollektion von Andy Warhol inspirieren ließen oder Alexander McQueen mit Damien Hirst.

Diesel Pop-up in Williamsburg, Brooklyn NY
Diesel Pop-up in Williamsburg, Brooklyn NY
4. Neuer Laden, neues Glück. Pop-up- und mobile Stores für Mode, Food oder Cafés sind heute hier und morgen entweder woanders oder ganz verschwunden. Laut Experten sind Pop-up-Konzepte mittlerweile ein fester Bestandteil im Portfolio von New Yorker Maklern, denn die Zeiten langfristiger Pachtverträge für kleine Standorte in B- und C-Lagen seien mittlerweile vorbei. Auch Diesel präsentierte sich dieses Jahr erstmals mit einem Pop-up in New York.

Bergdorf Goodmann
Bergdorf Goodmann
5. Flora & Fauna.
Von echten, üppigen Gärten, Pflanzen und Blumenarrangements bis hin zu Tieren aus Federn, Strick oder Pappmaschee. Beim Besuch im Store sollen die Kunden das finden, was sie in ihrem täglichen Leben am meisten vermissen. In der Großstadt ist dies oftmals der direkte Kontakt mit der Natur. Tiere werden zudem gerne eingesetzt, weil sie Emotionen wecken und nicht nur Kinder näher treten lassen, wie beispielsweise in den Tierfenstern bei Bergdorf Goodman.