In den letzten Saisons hatten sich, angetrieben von Vorreiter Chanel, die Inszenierungen auf dem Catwalk immer ausgefallener gezeigt. Doch es scheint, als sei der Peak erreicht. Denn in dieser Schauenrunde setzte Chanel ein Zeichen. Die Präsentation war eher ein Statement als eine aufwendige Kulisse. Jeder durfte dieses Mal in der Front Row sitzen. Und auch bei den anderen Marken, die sonst für atemberaubende Kulissen bekannt sind, kehrte in dieser Saison Ruhe ein. Tommy Hilfiger, Moschino, Thom Browne – sie allen setzten dieses Mal auf Understatement. Es scheint, als wollen sich die Marken neu justieren. Und erstmal schauen, ob die vorhergesagte Revolution des Schauenzirkus tatsächlich eintritt. Doch auch mit einer simplen Idee lassen sich tolle Kulissen erschaffen, zeigt zum Beispiel die Präsentation von Mary Katrantzou. Das sind die Top 5 Schauen-Inszenierungen:

Anya Hindmarch. Pixelmania bei Anya Hindmarch – auf der Kleidung und bei der Inszenierung. Sie zeigte sich durchgängig von der Thematik der 80er-Jahre Videospiele inspiriert, Pac-Man und Space Invaders waren nur einige der verwendeten Motive. Die Kulisse bestand passend dazu aus lauter Riesen-Pixeln, die in unterschiedlichen Farben passend zur Kollektion beleuchtet wurden. Sicherlich eine der besten und aufwendigsten Inszenierungen der aktuellen Schauenrunde.



   


Kenzo.
Dass Kenzo seit Carol Lim und Humberto Leon für absolute Modernität steht, hat die Marke schon mehrfach mit ihren Kollektionen und Präsentationen bewiesen. Und auch in dieser Schauenrunde war die Präsentation wieder ein Musterbeispiel für Modernität. Große LED-Screens waren in der ganzen Location verteilt und wurden, passend zur Musik, mit sich bewegenden Lichteffekten bespielt. Am Anfang ließen es sich die beiden Amerikaner nicht nehmen, noch eine politische Botschaft zu verkünden. So wurde als Eröffnungsmusik ein Song des amerikanischen Rappers Killer Mike eingespielt, der für seine politisch sehr kritischen Texte bekannt ist.

Chanel. Wer, wie in den Saisons davor, von Chanel die beeindruckendste Inszenierung erwartete, wurde in diesem Jahr enttäuscht. Nach Fashion-Supermarkt, Demo und Flughafen fiel die Präsentation in diesem Jahr um einiges ruhiger aus. Dennoch war die Idee genial. Das Motto: „Front Row only“. Jeder Schauenbesucher sollte in diesem Jahr die Gelegenheit haben, in der ersten Reihe zu sitzen. Durchgängige Stuhlreihen machten es möglich. Zwar hatten die Models so einen beachtlichen Weg zurückzulegen. Aber sie kamen tatsächlich an jedem einzelnen Besucher direkt vorbei. Eine einfache Idee, mit großartiger Wirkung. Und ein weiterer Schritt in Richtung Demokratisierung der Mode.

Mary Katrantzou. Ganz einfach aber dennoch beeindruckend war die Präsentation von Mary Katrantzou. Als Hintergrund dienten unzählige silberfarbene Luftballons, die ein ideales Fotomotiv abgaben. Die durchaus sehr bunte und detailreiche Kollektion fand darin den idealen Partner, so dass alles sehr edel und dabei modern wirkte

Dolce & Gabbana. Wie eine Prinzessin soll sich die Kundin von morgen in der neuen D&G-Kollektion fühlen. Daran ließ auch die Präsentation in Mailand keine Zweifel. Denn die Kulisse war dominiert von einer echten Prinzessinnen-Kutsche, verziert mit goldenen Ornamenten und getaucht in rosafarbenes Licht. Diese Inszenierung war die perfekte Bühne für die geschmückte, verspielte und sehr feminine Kollektion. Disneys Cinderella lässt grüßen.