Dekonstruktion. Neuanordnung. Zerstörung. Zusammensetzung. Dazwischen liegen Clemens Behrs temporäre Gebilde. Geformt aus Materialien, die der junge Berliner Künstler (Jahrgang 1985) in seiner Umgebung findet. Inspiriert von Filmen wie Transformers und Kreativen wie dem amerikanischen Konzeptkünstler Gordon Matta Clark und dessen „Building Cuts“, changiert Behr zwischen räumlicher und flächiger Wahrnehmung: Aus einer bestimmten Perspektive sehen seine Werke aus Pappkartons, Holz und Fliesen wie kubistische Grafiken aus. Der Künstler selbst beschreibt seine Arbeit als „kompliziert, günstig und improvisiert“.

Er wird bewundert für seine Interventionen im öffentlichen Raum. Aktuell sind Clemens Behrs Werke in der Ausstellung „Splitter“ zu sehen, die vom Gestalten Verlag präsentiert wird und noch bis zum 4. August in den Ausstellungsräumen Gestalten Space in Berlin läuft. Eine begehbare, raumgreifende Installation, eine visuelle Erwiderung seiner räumlichen Eindrücke, mal zwei- mal dreidimensional.

Splitter. Sie täuschen nicht nur das Auge, sondern stellen die Frage nach Flüchtigkeit und Beständigkeit. Buzz-Worte, die wichtig sind für die Mode. Und für das Visual Merchandising. Und so finden sich hier zahlreiche Inspirationen für Ladengestaltung und Dekoration: Die Collagen, die den Betrachter in der Galerie fesseln, können dies auch im Schaufenster, hinter der Kassentheke oder an einer exponierten Rückwand leisten.

Im Zusammenspiel mit Spiegeln kann Räumen mehr Tiefe gegeben werden. Verschachtelte Gebilde und Setzkästen bieten sich je nach Größe für Accessoires wie Gürtel, Schals und Schmuck an. Oder als Erhebung für besondere Kollektionsteile. Holz-Planken für Bücher und Parfums. Woche für Woche aktualisiert, neu zusammengestellt, ganz im Sinne des Künstlers.