Was macht eine Ladeneröffnung zu einer ganz besonderen? Warum ist eine Ladengestaltung interessanter als eine andere? Unsere Antwort auf diese Fragen ist natürlich rein subjektiv. Wir haben uns für fünf Läden entschieden, die in diesem Jahr eröffnet haben, eine Botschaft transportieren und gleichzeitig richtungsweisend für die Ladengestaltung sind:

Dover Street Market in Tokio. Der erste Laden von Rei Kawakubo in London ist längst ein Mekka für Mode- und Storedesign-Interessierte. Im Frühjahr 2012 eröffnete die Frau hinter Comme des Garçons in Tokio einen Ableger des erfolgreichen Konzepts. Wie beim Original übernahm sie auch in Tokio die Ladengestaltung. Entstanden ist ein knapp 1300m² großer Laden voller verspielter Ideen, oder wie die Designerin es selbst beschreibt ein „schönes Chaos". Baugerüste als Warenträger, Camouflage-Teppichboden oder ein Baum aus Holzschindeln, dessen Krone sich über einen Großteil der Decke zieht. Der Laden im Tokioter Stadtteil Ginza ist so eine wahre Fundgrube für Ladengestaltungsideen.
Dover Street Market in Tokio
Dover Street Market in Tokio


Esprit in Düsseldorf. Esprit hat in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl von Ladenbaukonzepten experimentiert. Umso überraschender war der neue Ladenbau, den die Ratinger Mirtte des Jahres in Düsseldorf vorstellten. Weder dunkel noch technisch vollkommen verspielt präsentiert sich die Modemarke hier so, wie sie einmal angefangen hat. Als kalifornische Lifestylemarke. So ist an der Schadowstraße ein Haus im Haus entstanden, das den Besucher einlädt, gemächlich durch die einzelnen Zimmer zu schlendern. Rolltreppen mussten breiten Holztreppen weichen, um den Charakter eines Strandhauses in Kalifornien nicht zu stören. Der Eingangsbereich ist wie eine große Eingangshalle gestaltet. Im oberen Stockwerk sorgen grüne Pflanzen, eiserne Außenleuchten und gemütliche Stühle für Terassenatmosphäre. Esprit hat sich damit nicht nur neu inszeniert, sondern auch einen Laden mit einem ganz neuen Raumerlebnis geschaffen.
Esprit in Düsseldorf
Esprit in Düsseldorf


Max&Co in Mailand. Wenn junge Talente aus Mode, Architektur, Innenarchitektur, Kunst, Musik und Journalismus ihre Köpfe zusammen stecken und sich das Konzept für ein neues Storedesign ausdenken, muss etwas Außergewöhnliches herauskommen. Das neue Ladendesign von Max&Co in Mailand liefert den Beweis dafür. Und zwar gleich auf drei Etagen und rund 850m² Verkaufsfläche. Die Farbpalette ist von warmen, pudrigen Make-up-Tönen inspiriert. Außergewöhnliche Displays und Design-Projekte verleihen eine sehr individuelle Note. Besonderer Aspekt des Ladens: Die Grenzen zwischen draußen und drinnen verschwinden. Die Schaufenster geben den Blick auf die Ladenfläche frei. Dieser Trend zur Transparenz hat sich in diesem Jahr bei einigen Eröffnungen gezeigt, unter anderem bei Zara in New York oder Uniqlo in Tokio.
Max&Co in Mailand
Max&Co in Mailand


Owen in New York. Bastel' Dir Deine Ladeneinrichtung – das scheint das Motto der Macher von Owen in New York gewesen zu sein. Bei der Gestaltung des 180m² großen Ladens im New Yorker Meatpacking District setzten sie ganz natürliche – und dazu noch günstige – Materialien ein. Denn die Rückwände bestehen nicht aus satiniertem Glas, aufgerautem Metall oder teurem Holz, sondern aus braunen Papiertüten. 25.000 wurden in dem Laden verarbeitet und sorgen für ein einzigartiges Ambiente. Die mit dem Boden an der Rückwand befestigten Tüten öffnen sich zur Verkaufsfläche hin und wirken so wie eine überdimensionale Bienenwabe. In Kombination mit den Wänden aus rohem Mauerwerk und den Betonböden entsteht so ein einzigartiges und vollkommen neues Ambiente.
Owen in New York
Owen in New York


Uniqlo in Tokio. Zwölf Etagen, knapp 5000m² Verkaufsfläche, 14 Meter breite LED-Displays – die Uniqlo-Filiale in Tokio ist ohne Fragen ein Laden der Superlative. Was aber nicht nur an der schieren Größe liegt, sondern vor allem auch an der Gestaltung. Die farbenfrohen Kollektionen werden in einem Palast aus Glas präsentiert. Nicht nur die Fassade ist zum Großteil verglast und gibt so den Blick nach innen frei, sondern auch im Innenraum bestehen viele Wände und Decken aus Glas. So entstehen Verkaufsräume, die ineinander übergehen, die es dem Besucher ermöglichen von einem Stockwerk ins andere zu blicken und so auf einen Blick noch mehr vom Angebots Uniqlos zu entdecken.
Uniqlo in Tokio
Uniqlo in Tokio