Ladenplaner, die ihren eigenen Auftritt gestalten und VM-Spezialisten, die ihr eigenes Schaufenster dekorieren. Auch das macht die EuroShop zu dem, was sie ist: eine Inspirationsquelle, die weltweit ihresgleichen sucht. Es geht nicht nur um Podukte, sondern auch um Projekte und vor allem um Präsentationen. Wie vermarkten sich diejenigen, die Verkaufsräume schaffen, eigentlich selbst? Was bleibt haften aus der Vielzahl von Eindrücken? Ein Rundgang durch die Messehallen der Store-Designer und Visual Merchandising-Anbieter. Knoblauch. Fahr mit im Barista-Bus. Einer der originellsten Messestände der diesjährigen EuroShop war gar nicht auf der Messe. Wer Knoblauch in seinem Bus vor den Toren des Rheinbads besuchen wollte, musste schon einen kleinen Fußmarsch in Kauf nehmen. Auf der Messe selbst hatte der Ladenplaner nur eine Mini-Fläche belegt und dort einen Beatboxer für den nach eigenen Entwürfen ausgebauten Vintagebus trommeln lassen. „Wir sind so ganz anders mit den Leuten ins Gespräch gekommen“, sagt Marketing-Leiterin Julia Kohler. Die gemütliche Atmosphäre mit kleinem Holzöfchen, kuscheligen Fellen und Top-Kaffee von Kaffee Fleck in Reutlingen haben bestimmt dazu beigetragen, dass der Bus trotz seines peripheren Standorts ein beliebter Treffpunkt war.

Genesis. Die Halle der Schaufensterfiguren-Hersteller ist immer ein besonderer Publikumsmagnet. Von Ahtleisure bis Heritage hat Genesis dort gezeigt, wie perfektes Visual Merchandising geht. Der Look: Licht, leicht, ultrafeminin und emotional. In einem außergewöhnlichen Ambiente – hell, vornehmlich weiß – wurden acht neue Figurenlinie präsentiert. Zentraler Mittelpunkt war ein vier Meter hoher mit abstrakten Papierblättern gestalteter Baum. Ein Ort zum Innehalten und Verweilen. „Durch die allgemeine politische Unsicherheit ist eine regelrechte Sucht nach Emotionalisierung und Harmonie unter den Verbrauchern entstanden, erklärt Genesis-Geschäftsführer Andreas Gesswein.

Designplus. Join the Ride. Das war das Motto der Stuttgarter Agentur für räumliche Markenkommunikation. Spielerisch, leicht und dennoch anschaulich hat der wie ein grün/graues Karussell gestaltete Stand das Portfolio der angebotenen Dienstleisungen visualisiert. Sechs Themenräume wurden präsentiert, vom Tempel bis zum Store. Durch die Rotation eines beweglichen Standelements sind immer wieder neue textliche Botschaften enstanden, 36 unterschiedliche Kobinationen waren so möglich. Wer wollte, konnte mitfahren, wenn sich das Karussell in Bewegung setzte, Platz nehmen und sich ein Päuschen mit Erfrischungen aus den Kühlschränken im Inneren gönnen.

Hans Boodt. Schon der Eingang zum Stand des niederländischen Figuren-Herstellers war eine Augenweide. Gestaltet wie ein großer Edelstein zog er die Messebesucher nahezu magisch an. Das Innere überzeugte mit einer edel, zurückhaltenden Gestaltung, atmosphärisch etwas zwischen Theater und Museum. Warme Grautöne und Messing herrschten vor. Im Herzen des Standes erhielten die Besucher Einblick in die Produktionsprozesse des Unternehmens, von den digital erstellten Renderings der Figuren bis zu den 3-D-gedruckten Prototypen.

Vitra. The Village – der Name war Programm. Die Schwester-Unternehmen Vitra, Vizona und Ansorg präsentierten ihre Leistungen in einer Art Retail-Dorf. Fünf unterschiedliche Einzelhandelskonzepte von Kosmetik bis Mode waren rund um eine Plaza mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. Selbst an Namen fehlte es den Läden nicht: All Goods, Artemis, Cory, Eden und Sepio.

D'art Design. Vom Nichts über die Idee bis zur Skizze. Bei der Neusser D'art Design Gruppe ging es darum, den kreativen Schaffens- und Kommunikationsprozess abzubilden. Fünf Meter hohe spiegelnde Flächen ließen den Stand fast unsichtbar wirken. Das Messemotto „From Scratch“ lud zum Nähertreten, Ausprobieren und Entdecken ein, zum Beispiel durch die übergroßen Buchstaben, die zu Wörtern arrangiert werden konnten. An einem großen Tisch in der Standmitte konnten über iPads Skizzen angefertigt werden, die dann auf einer raumhohen LED-Wand gezeigt wurden.

Schwitzke. Retail ist oft auch ein Abenteuer. Das Düsseldorfer Architektur- und Designbüro machte es auf der EuroShop mit seinem Open Retail Trail erlebbar. Die Store-Experten richteten den Blick bewusst auf echte Erlebnisse mit Low-Tech-Charakter. Zunächst, ganz plakativ mitten auf der Messe mit einer riesigen Sandburg, an der jeder Interessent mitbauen konnte. Dann, der Rundgang. Er führte die Besucher durch insgesamt zehn interaktive Räume, vom "One-of-a-kind Retail Store" bis zu „Omnichannel“. Jede Station appellierte daran, den Konsumenten wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen und lieferte dafür richtungsweisende Lösungsansätze. Zum Abschluss ging es in den „Retail Therapy“-Raum. Hier konnten Besucher ihren Retail-Kummer aussprechen. Und mit ein wenig Glück die Lösung ihres Problems durch das Schwitzke-Team gewinnen.