Licht kann mehr als nur erleuchten. Licht erzeugt Emotionen, lenkt Blicke und setzt Highlights. Welche Kraft im Licht steckt, zeigt alle zwei Jahre die „Biennale der Lichtkultur“, die Luminale, die vergangene Woche in Frankfurt am Main stattfand. Parallel zur Messe Light + Building haben Lichtdesigner, Künstler und Architekten wieder über 200 eindrucksvolle Lichtwerke entworfen. Sie haben Fassaden beleuchtet, Performances aufgeführt und außergewöhnliche Lichträume erschaffen.

All diese Inszenierungen haben eines gemeinsam: Sie ziehen Menschen an und überzeugen mit Emotionalität. Und so bieten die vielen Installationen auch Inspiration für Fassadenbeleuchtung, Schaufensterdekoration und Instore-Gestaltung. Das sind die fünf besten Installationen vom Festival der Lichtkultur:

Papier-Poesie. Luftig-leichte Papierhohlkörper, die elfengleich durch die Luft schweben. Diese Performance lebt vom Zusammenspiel von Bewegung und Licht. Die Oberfläche der Installation des Künstlers Robert Meyer besteht aus einem gefalteten Papierstoff, der von innen von einem Luftstrom in Bewegung versetzt wird. Alles wird mit einem warmweißen Licht beleuchtet. Man denkt an einen menschlichen Torso oder auch an einen Plisseerock oder Petticoat, dessen Form sich stetig verändert.


L
icht-Party. Sound trifft Licht in der Installation Grid. Elektronische Musik beeinflusst direkt die sich bewegenden Leuchtelemente. Es entsteht eine Inszenierung, die mehrere Sinne gleichzeitig anspricht und so zu einem besonders emotionalen Erlebnis wird. Die audiovisuelle Performance ist eine Arbeit des Lichtkünstlers Christopher Bauder und des Komponisten Robert Henke. Sie wurde bereits zur Luminale in Lyon gezeigt und war jetzt erstmals in Deutschland zu sehen.

Buchstabensuppe. Eine beeindruckende Installation, die den Raum hinterfragt und aufzulösen scheint. Der Illuminationsort, eine Kirche, ist dadurch nicht mehr als Raum wahrnehmbar. Stattdessen bestimmt die Projektion unzähliger Buchstaben die Kulisse. Worte formen sich im Kopf, sie sollen zum Innehalten und Nachdenken anregen. Das Projekt stammt vom Künstler-Duo Detlef Hartung und Georg Trenz, die durch außergewöhnliche Typographie-Projektionen international bekannt geworden sind.

Leucht-Stoff. Mode aus Licht und mit Licht gab es bei der Eröffnungsmodenschau zur Luminale zu sehen. Studenten der Schule für Mode, Grafik & Design aus Offenbach hatten dafür ganz besondere Kleidung entworfen, die erst durch Licht ihre volle Wirkung entfaltet. Die Models präsentierten insgesamt 50 Entwürfe der Modedesign-Studenten. Dabei waren fluoreszierende Modelle ebenso wie Kleidung aus beleuchteten Stoffen. Alles in allem mal ein etwas anderer Blick auf Mode.

Laser-Raum. Raum-in-Raum-Installationen sind aktuell ein großer Trend im Ladenbau. Auch auf der Luminale war das Thema „Räume“ an vielen Orten präsent. Die koreanische Künstlerin Jengmoon Choi hat für die Luminale die UV-Licht-Performance „Drawing in Space“ entworfen, die sich auch mit den unterschiedlichen Perspektiven und Wahrnehmungen von Räumen befasst. Durch das Zusammenspiel von unterschiedlichen Linien entstehen immer neue Flächen und Kuben, durch die man sich bewegen kann. Das Raumgefühl wird aufgelöst und bildet sich immer wieder neu.