Zurück von der Möbel-Messe in Mailand. Rund 2500 Aussteller, mehr als 300.000 Besucher. Lampen und Leuchten. Keramik und Glas. Spiegel und Rahmen. Sofas und Tische. Textilien und Tapeten. Nach dem Rundgang ist klar: Minimalistisch wie im vergangenem Jahr ist es diesmal nicht. Der Purismus rund um "Miss Less", so hatte  Philippe Starck damals seine neue Stuhlserie für Kartell getauft, wird von Farben und Drucken verdrängt. Und die machen sich buchstäblich breit.

Neue Drucktechniken erlauben, überall Muster zu setzen. Dreidimensional auf Möbeln, plakativ auf Böden und Tapeten, farbenfroh als Teppich-Dessin. Am innovativsten ist das Spiel mit Prints bei Missoni. Hier verschmilzt das Sitz-Möbel mit der Umgebung. Ein wichtiger Trend auf dem Salone Internationale del Mobile. Das könnte auch für das Visual Merchandising in Läden interessant werden. Besonders jetzt, da sich in der Mode auch alles um Drucke und Farben dreht.

Ob Graphics, Blumen-Prints, Leo, Colorblocking, Two-Tone oder Neonfarben, warum nicht einmal die Farbe oder das Muster der Bekleidung an der Rückwand des Schaufensters aufgreifen? Auf dem Boden der Warenpräsentation? Da bekommt allover eine ganz neue Bedeutung.

Üblicherweise bevorzugen Visual Merchandiser für Muster klare und abgeräumte Präsentationskonzepte. Und umgekehrt. Die Ware soll sich abheben, es soll kein Suchbild entstehen. Aber gerade das könnte das Interessante daran sein. Der Camouflage-Effekt, ein Suchbild. Es fasziniert. Und lockt Passanten an. Wie das Schaufenster von Moncler in Mailand, für das während der internationalen Möbelmesse genau dieser Trend aufgegriffen wurde.

Moncler, Mailand / Foto: Angelika Frank
Moncler, Mailand / Foto: Angelika Frank


Als Best Practice wird oft der Pop up-Store von Louis Vuitton aufgeführt. Die Luxus-Marke hat seine Kooperation mit der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama mit spektakulären Auftritten in Paris und London gefeiert. In den Warenhäusern Le Printemps und Selfridges wurden im August vergangen Jahres Pop Up-Stores installiert. Punkte – die zur Handschrift von Yayoi Kusama gehören – wahlweise auf rotem, gelbem, weißem oder schwarzem Grund, waren nicht nur in der Kollektion zu sehen, sondern bildeten die Eye Catcher der Inszenierung. Auch die Schaufenster in seinem Maison auf der Fifth Avenue waren entsprechend dekoriert. Ein fließender Übergang par excellence.

Gallery: Louis Vuitton Pop up