Hätte es den New Yorker Concept-Store Fivestory in den 1980er Jahren schon gegeben, wäre er bestimmt der Lieblingsladen von Krystle Carrington aus dem Denver Clan gewesen. Die stets perfekt gestylte kühle Blonde mit der Fönfrisur und den dicken Schulterpolstern passt einfach ideal zum Design des neuen Ladens an der Upper Eastside. Polierter, hochglänzender Marmor in Schwarz/Weiß, Regale und Tische mit Messinggestellen und riesige Lüster versprühen einen luxuriösen 80er Jahre-Charme, der so ganz anders ist als der zur Zeit im Ladenbau stark propagierte Vintage-Look mit Flohmarkt-Charakter.

Schwarz/Weiß-Kontraste, Hochglanzoberflächen und geometrische Formen, wie sie für die späten 80er Jahren kennzeichnend sind, kommen langsam wieder. Und damit wird auch Marmor, lange Zeit als zu kühl und ungemütlich abgetan, wieder vestärkt im Storedesign eingesetzt. Das zeigen jüngste Store- und Flächeneröffnungen, vornehmlich im Luxusmode-Segment.

Einen regelrechten Marmor-Tempel hat Alexander Wang in Peking geschaffen. Hier sind es weißer Marmor für Wände, Böden und Tische sowie Details aus polierter Bronze, die den Look ausmachen. Eyecatcher ist die imposante Marmortreppe, die von massiven Spiegeln und polierter Bronze eingerahmt wird. Anschaulichstes Beispiel ist aber wohl der Londoner Vorzeige-Department-Store Selfridges. Dort hat Architekt Jamie Fobert für die Fußböden der neuen Womens Designer Galleries gleich zehn verschiedene Arten von Carrara-Marmor kombiniert. Mal in Beige-Tönen, mal in Grau-Abstufungen und auch in Schwarz/Weiß im typischen Schachbrett-Muster der Prada-Stores.