Die Formel für Stores, die in diesem Jahr eröffnen, lautet: 3 x M. Sie steht für die Kombination Marmor-Metall-Massivholz, der aktuell größte Material-Trend im Store Design. Selten war ein ständiges Auftauchen bestimmter Materialien so deutlich erkennbar, wie in der aktuellen Eröffnungswelle. Er zieht sich vom kleinen Concept Store bis zum globalen Flaggschiff. Und das ist auch gut so. Denn Kunden lieben klare Konzepte. Und klare Konzepte erfordern ein stringentes Ladendesign.

Auf die Spitze treiben es die neuen Flaggschiffe von Armani und Valentino. Sie verwenden Marmor für Boden, Wände und teilweise auch Decken. Außergewöhnliche Treppen aus eben diesem Material perfektionieren die Ladendramaturgie. Es entsteht ein zu 100 Prozent klares Ladenbild.
Doch auch andere Materialien erleben ein Revival im Retail Design. Unter dem Motto „Zurück zur Einfachheit“ werden vermehrt auch Span- und Sperrholzplatten verwendet. Deutlich billiger als Marmor aber genauso effektiv, wenn es richtig eingesetzt wird. Camper beispielsweise hat in Mailand einen Laden eröffnet, der nur aus einem Sperrholzsystem besteht. Ganz ähnlich: der kleine Concept Store No Wodka in Berlin. Hier wurde aus weiß gestrichenen Heizungsrohren und Sperrholzplatten ein ultraflexibles Interior geschaffen, das sich allen Sortimentsveränderungen im Nu anpasst.

Der Forderung nach Wohlfühlatmosphäre zollt ein anderer Material-Trend Tribut. Mithilfe von Stoffbahnen wird eine Hülle geschaffen, die dem Kunden das Gefühl gibt, er komme in ein Beduinenzelt oder betritt eine Wolke. Cocooning heißt das Zauberwort. Das funktioniert in Shanghai ebenso wie in London oder Budapest.

Alle Materialtrends haben allerdings eines gemein: Je klarer man ein Material oder eine bestimmte Kombination einsetzt, desto außergewöhnlicher wird das Konzept. Und weiter gilt: Je progressiver das Konzept, desto offensiver darf das Material erkennbar sein. Die Formel lautet dann: 1 x M² - ein Material, und das so plakativ wie möglich.

Weitere wichtige Trends im Bereich Ladengestaltung lesen Sie in der TW 23 vom 04. Juni 2015. Die digitale Ausgabe steht bereits am 03. Juni 2015 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.