Living in a box ist längst Musik-Geschichte. Wörtlich genommen beschreibt der Name der britischen Pop-Band aus den Achtzigern jedoch einen Trend, der zurzeit in den Schaufenstern der internationalen Modehäuser auflebt. So dienen immer mehr schachtelartige Gittergerüste zur Dekoration, geben einerseits der Szenerie Struktur und Rahmen und können andererseits tatsächlich mit Ware, vor allem Accessoires wie Schuhen und Taschen, bestückt werden. Inspirations-Quelle ist skandinavisches Interior-Design, das viel mit filigranen Metall- und Holzkonstruktionen arbeitet. Aber auch im Ladenbau ist der Trend zum Gerüstbau in diesem Jahr unübersehbar. Und jetzt sind also die Schaufenster dran.

Die wohl konsequenteste Umsetzung des Themas war im Sommer bei Hermès zu sehen. Das französische Luxus-Haus hat im Rahmen seiner Kooperation „Vitrine d'Artiste“ den Brooklyner Künstler Edward Granger verpflichtet, die Fenster des New Yorker Flagship Stores zu gestalten. Er zeigt die edlen Lederwaren des Unternehmens inmitten einer knallig lackierten geometrischen Metallkonstruktion, die das gesamte Fenster einnimmt. Ein Eyecatcher, der sich auch als Akzent gut macht, z.B. beim Modehaus Zinser, wo neongelb lackierte Draht-Boxen als Dekopodeste dienen. Sogar Fans vornehmer Zurückhaltung kommen beim Trend zum Gerüstbau auf ihre Kosten. An der Rückwand eingesetzt, in schlichtem Naturholz oder weiß lackiert, sind Gitter ein ruhiger, aber wirkungsvoller Blickfang.