Stilisierte Weihnachtsbäume. Bunte Glaskugeln. Sterne. Die Weihnachtsdeko für die Schaufenster ist bei vielen Einzelhändlern gesetzt. Doch was kommt nach dem 24.12.? Ostereier? Noch zu früh. Das gleiche gilt für Sale-Schilder. Weihnachtsbäume und Engelchen will auf jeden Fall keiner mehr sehen. Karin Wahl, Deko-Spezialistin und freie Visual Merchandising-Trainerin gibt Tipps in Sachen Winterfenster. Auf der diesjährigen Tendence lud sie zur Schaufensterdekoration live.

Ihre Message: Jeder kann mit einfachen Mittel ein schönes Winterfenster gestalten. Doch generell sollte jeder Dekorateur dabei einige Punkte beachten:


  1. Die Dekoration nie mittig aufbauen. Da rund 78% der Deutschen Rechtshänder sind, nähern sie sich Fenstern meist seitlich. Der Hauptteil der Elemente sollte immer etwas nach links gerückt sein.
  2. Die Anordnung immer nach dem Tannenbaumprinzip: Große Stücke am Boden und mittig platziert. Kleinere oben und an den Seiten.
  3. Verschiedene Artikel mit Farbreihungen in Einklang bringen. Das Thema bei ihrer Live-Dekoration beispielsweise ist Pink/Rot.
  4. Licht setzt Akzente. Eine richtige Beleuchtung mit Spotlights auf die besten Produkte ist unerlässlich.
  5. Sauberkeit und Ordnung ziehen den Kunden an. Schon schief stehende Preistafeln oder etwas Staub wirken unbewusst abstoßend.

Eine passende Idee fürs winterliche Fenster hat die Spezialistin auch im Gepäck: Mit klassischen Holzschlitten, weiß angestrichen, schafft sie denkbar einfach und kostengünstig die Basis für eine individualisierbare Schaufenstergestaltung. Darauf platziert sie eine Mischung aus Dekoartikeln und Produkten in der Farbe Pink. So entsteht im Handumdrehen eine einfache aber stimmungsvolle Winterimpression. Eine weitere Möglichkeit: Eine simple Klappleiter wird ebenfalls weiß lackiert und mit weißen Brettern zu einem Regal umfunktioniert. An Weihnachten liegen die kurzen Bretter oben und die langen unten - so gleicht die Konstruktion einem Weihnachtsbaum. Nach dem Fest werden die Bretter einfach andersherum angeordnet. So hat man in wenigen Augenblicken ein winterliches Regal. Mit Kunstschnee und weißen Schneebällen wird daraus eine winterliche Landschaft ohne Weihnachtsbezug.

Neben den Gestaltungstipps gibt Karin Wahl auch noch andere wichtige Hinweise. Sie ermahnt zur vielbeschworenen Emotionalisierung. Kunden entscheiden sich in weniger als drei Sekunden, ob sie ein Schaufenster neugierig macht oder ob sie weiterlaufen. Da kann ein süßer Welpe oder ein Eichhörnchen nicht schaden. Tiere üben auf Passanten eine immense Wirkung aus. Im konkreten Fall schafft Wahl den emotionalen Zugang über kleine Eulen und Eisbären, denen sie Ohrringe anzieht oder eine Kette umhängt. Einfach und effektiv.