Fashion Week in New York: Der Startschuss zum alljährlichen Schauenmarathon ist gefallen. Shows, Partys, Galas, Vernissagen – die ganze Stadt ist im Modefieber. Zum unerlässlichen Programm der Fashion Week-Besucher gehört der Store-Check. Wohl nirgendwo sonst auf der Welt lassen sich so viele interessante Laden-Konzepte entdecken. Neben den Sortimenten sind es vor allem die Inszenierungen, die Vorbild-Charakter haben.

Visual Merchandiser aus der ganzen Welt informieren sich deshalb alljährlich schon im Dezember auf der Retail Design Collective über die neuesten Trends bei Ladendesign und Warenpräsentation. Ganz wichtig ist im Verkauf derzeit das Thema Accessoires. Michael Kors macht mittlerweile 75% seines Gesamtumsatzes von fast 2 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) mit den „kleinen Teilen“, und große Department-Stores wie Saks Fifth Avenue und Macy’s begeistern ihre Kundinnen mit überdimensionalen Schuh-Departments. Auch hierzulande sehen die Modehändler noch viel Potenzial für diese Sortimente. Beispiel Kadewe und Breuninger, die im vergangenen Jahr riesige Schuh- und Accessoires-Abteilungen eröffnet haben.



Ideal für die Accessoires-Präsentation: Metall-Figuren mit Cutouts von Silvestri.
Ideal für die Accessoires-Präsentation: Metall-Figuren mit Cutouts von Silvestri.


Die Visual Merchandiser haben sich mit entsprechend kleinen und sehr flexiblen Displays auf diesen Trend eingestellt. Bernstein zeigt u.a. edle Koffer aus China-Lack. Sie haben ein Innenleben aus verschachtelten Boxen, das sich in unzähligen Varianten herrichten läßt. Universal Display and Design zeigt Schaufensterfiguren auf Ständern mit Ablageflächen im Knie- oder Handbereich, und Silvestri präsentiert Metall-Figurinen mit Cutouts im Torso, die für die Präsentation von Accessoires oder Schmuck geeignet sind. In vielen Showrooms sind kleine Torsi auf Ständern in interessanten Materialien wie antik aufgemachtem Gips oder Perlmutt-Optik im Angebot, die sich perfekt für die Präsentation der „Kleinteile“ eignen.



Mit Stoff bezogene Büsten. Mal edel und schlicht (DK Display), mal mit poppigem Print (Silvestri).
Mit Stoff bezogene Büsten. Mal edel und schlicht (DK Display), mal mit poppigem Print (Silvestri).


Bei den Mannequins bleibt das Thema Materialmix extrem wichtig. Mit Leinen bespannte Torsi werden mit Armen aus Holz, Plexi-, oder ganz neu, Fiberglas kombiniert. Der Look ist je nach Aufmachung antik mit Referenz an alte Schneiderwerkstätten oder aalglatt und modern, fast futuristisch. Für die junge Mode eignen sich mit plakativen Drucken bespannte Torsi – ob Graffiti, Flaggen-Dessins oder Peace-Zeichen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig bleibt das Thema Upcycling, bei dem gefundene Gegenstände und Altholz entweder als Display zweckentfremdet oder entsprechend umgebaut werden. Alte Fensterrahmen und antike Holzplanken finden in den Stores als Tisch, Wanddekor oder ungewöhnliches Display ein neues Einsatzgebiet.

Umgekehrt gibt es eine sehr junge, aber dennoch edle Richtung. Beispiele sind Mannequins mit detailliert aufgemalten Tattoos (Rootstein) oder ausdrucksstarkem, kräftigem Make-up (Silvestri). Auch wieder stärker im Blickfeld: Bewegliche Präsentationsobjekte – oftmals drehend – die jetzt gerne bei nach innen offenen Schaufenstern ohne Rückwände, aber auch als Fokuspunkt im Store eingesetzt werden.