Kunst und Mode – das gehört irgendwie zusammen. In den Schaufenstern des Modehandels ist dieses Zusammenspiel auf jeden Fall immer häufiger zu beobachten. In diesem Sommer gilt das ganz besonders für Paris. Printemps hat bei der Gestaltung seiner wunderbar farbenfrohen Sommerfenster mit dem Pariser Maler und Illustrator Julien Colombier kooperiert. Das Luxus-Warenhaus Le Bon Marché hat den Fashion- und Interior-Designer Vincent Darré beauftragt und eine schräge, sehr surrealistische Szenerie geschaffen. Aufmerksamkeit garantiert. Das sind die Top 5 aus der französischen Hauptstadt:

PRINTEMPS. Sommerzeit, Reisezeit. Printemps nimmt den Betrachter seiner Schaufenster am Boulevard Haussmann mit auf eine märchenhafte Reise in ferne Länder. Jedes Schaufenster ist in einer Farbe gehalten und einem Label gewidmet. Das Setting wird dominiert von einer übergroßen Tierskulptur, die Illustrationen an den Rückwänden stammen von dem Pariser Künstler Julien Colombier. Ein so originelles wie hübsches Detail sind die Kopfbedeckungen der Display-Mannequins. Farblich auf die jeweilige Szene abgestimmt tragen sie Hüte aus dicken Wollbommeln. Schwarzwaldmädel trifft Afrika.

GERARD DAREL. Ein Store wie ein Wohnzimmer, das ist eingeübt. Bei Gerard Darel wird das Wohngefühl aber sogar ins Schaufenster transformiert. Der französische DOB-Filialist inszeniert seine Mode mit Hilfe von Details, die auch aus einer Wohnzeitschrift stammen könnten. Schlichte Warenpräsenter mit 50er Jahre-Appeal, passende Stehleuchten mit Lampenschirmen aus gebürstetem Metall und eine gehörige Portion Grünpflanzen – fertig ist die Einrichtung.

KENZO. Kenzo, das ist bei Weitem nicht nur der Tigerkopf-Pulli, traditionell steht das Modehaus vielmehr für auffällige Drucke: Dschungel, Blumen, Pflanzen. Das zeigen auch die aktuell im Schaufenster gezeigten Stücke, die in einer perfekt auf die Kollektion abgestimmten Szenerie gezeigt werden. Die wellenförmigen Rückwände wurden mit den exakt gleichen Mustern wie die verwendeten Stoffe gestaltet. Für die Prise Meer sorgt ein Delfin-Display. Ein Eyecatcher sind auch die Köpfe der Schaufensterfiguren, die aus Drahtgeflecht bestehen.

GALERIES LAFAYETTE. Die Foto-Tapete ist zurück. Und wie. In den Schaufenstern der Galeries Lafayette kann man sich in andere Welten träumen. Stimmungsvolle Sonnenunter- und -aufgänge am Meer, in den Bergen und vor Industrielandschaften erzeugen Fernweh. Besonders effektvoll sind die Rückwände durch die passende Akzent-Beleuchtung und den entsprechend gestalteten Boden im Schaufenster. Gras, Gesteinsbrocken und getrockneter Schlamm sorgen für Dreidimensionalität.

LE BON MARCHÉ. Seit Patrice Wagner, ehemals Kadewe-Chef, CEO bei Le Bon Marché in Paris ist, hat sich viel verändert. Designmöbel und Leuchten gehören zu den Bereichen, die er in dem Luxus-Warenhaus gestärkt hat. Kunst spielt eine größere Rolle. Und das ist auch in den Schaufenstern nicht zu übersehen. Aktuell ist es eine Kooperation zwischen dem französischen Modedesigner Vincent Darré und Poltrona Frau, dem italienischen Hersteller von Luxusmöbeln, die die Passanten anzieht. In einem Setting aus gemusterten Tapeten und Polstermöbeln stehen Retro-Fernseher. Zu sehen ist der Kurzfilm „L’œil éclipse la lune“, ein 20er Jahre inspiriertes Werk, das Darré für das Pariser Design Festival D'Days kreiert hat. Sehr surrealstisch. Sehr aufmerksamkeitsstark.