Farbe, Farbe, Farbe" – einhellig ist das die Antwort der Händler in diesen Tagen auf die Frage nach den Topsellern. Das aktuelle Modethema kommt gut an. So gut, dass mittlerweile Sortimentslücken entstanden sind. Wie lassen sich jetzt stilvolle Bilder inszenieren?

„Color-Blocking ist für uns Visual Merchandiser ein sehr dankbares Thema", sagt Leila Heller-Wamsler, Abteilungsleiterin Dekoration bei Kaiser in Freiburg. Das beginnt schon in den Schaufenstern. Dort lautet das Thema in dieser Saison: Marokko. Blau-weiße Fliesen, maurische Torbögen und orientalische Lampen, kombiniert mit Rückwänden in kräftigen Farbtönen wie Blau und Rostrot, entführen die Passanten nach Nordafrika. Auch bei Petzhold in Münster wird das Thema Farbe in den Schaufenstern gespielt. Gegenüber den weißen Rückwänden setzen bis zur Hälfte in knallige Farben getauchte Papprollen Akzente. Auch hier läuft Farbe.

Die viele Bewegung auf der Fläche kann auch zum Problem werden. „Im Moment entsteht wirklich der Eindruck, dass zu viel Farbe da ist, vor allem unsortiert", sagt Alexandra Lenz, Head of Design bei Luisa Cerano in Nürtingen. „Das Problem wird noch größer, wenn gegen Ende der Saison nur noch die Restanten da sind." Lieferanten, Händler und Visual Merchandiser haben sich aber auf diese Situation eingestellt.

Joe Fresh, New York
Joe Fresh, New York


„Gute, leistungsfähige Lieferanten konnten glücklicherweise gut verkaufte Farben noch mal nachliefern. Bogner hat es beispielsweise innerhalb von drei Wochen geschafft. Bei den anderen haben wir versucht, ein neues Farbthema aufzubauen", sagt Matthias Pfeiffer, Inhaber von Schäffner in Düsseldorf. „Jetzt im Mai werden es bei uns die Naturtöne sein. Die wichtigsten Farben in den nächsten Wochen werden meiner Meinung nach Royalblau und Aqua sein. Grün können wir dann leider nicht mehr so viel verkaufen, weil wir von Lieferantenseite nicht mehr viel in der Farbe bekommen werden."
„In der Modern Men-Abteilung, wo Closed, Drykorn und Co angeboten werden, haben wir am Anfang der Saison die Fläche nach Lieferanten sortiert. Später, wenn schon viel Farbe abverkauft wurde, werden die Marken zusammengewürfelt und es wird nach Farben sortiert", sagt Conny Schober, Einkäuferin HAKA bei Pollozek in Pfarrkirchen. „Zu Saisonbeginn haben die Lieferanten Priorität, zum Ende hin dann die Farbe. Trotz Mängel müssen die Flächen noch attraktiv sein".

Neben den Einkäuferin, die noch versuchen Ware nachzuziehen, sind hier in besonderem Maße die Visual Merchandiser gefragt. „Da wir komplett auf das Farbthema eingegangen sind, ist es nicht so schwierig, wenn wir einzelne Teile austauschen müssen", sagt Beke Lietzmann, Leiterin visuelles Marketing bei Petzhold. „Gegen Ende der Saison kombinieren wir neu", sagt Leila Heller-Wamsler von Kaiser. „Auf sogenannten Cross-dressing-Flächen kombinieren wir die Ware über die Marke hinweg". Das sei ein Thema, was auch künftig – ganz unabhängig ob Farbe weiterläuft oder nicht –ausgebaut werden soll.