Irgendwie ist es mit der Weihnachtsdekoration doch so wie mit Lebkuchen, Dominosteinen und Printen. Jedes Jahr kommt es einem so vor, als würde es früher damit losgehen. Nicht nur die internationalen Vorzeigehäuser wie Selfridges in London oder das KaDeWe in Berlin sind schon voll und ganz auf Weihnachten eingestellt. Auch beim Gang durch ein x-beliebiges Einkaufszentrum kommt man an Tannengrün und Lichterglanz nicht mehr vorbei – auch wenn es draußen noch kein bisschen weihnachtlich ist.

Für die Dekorationsbranche dagegen ist Weihnachten 2013 jetzt, wo die Fenster stehen, längst Schnee von gestern. Denn vom 24. bis 28. Januar 2014 ist auf der Christmasworld in Frankfurt schon wieder die ganze Bandbreite an neuen Festschmuck- und Dekorationsartikeln zu sehen. Weihnachten 2014 kann also kommen. Aber wie? Das Frankfurter Stilbüro Bora Herke Palmisano hat intensiv geforscht und aus den aktuellen Strömungen in Gesellschaft, Mode, Architektur und Design die Trends für die Branche abgeleitet. Die Kernaussage: Es wird ruhiger und subtiler. „Mit der allgemeinen Beschleunigung und der stetig wachsenden Komplexität des Lebens wächst der Wunsch nach Ruhe, nach Gelassenheit, nach Zurückhaltung und nach Konzentration auf das Wesentliche“, sagt Annetta Palmisano vom Stilbüro. Die vier Hauptströmungen im Überblick:

Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH


SILENT DIGNITY.
Harmonie und Ruhe pur. Ein Stil, der gekennzeichnet ist durch runde, fließende Formen und zurückhaltende, zarte Farben. Charakteristisch sind Töne wie Apricot, Flieder, Mint und Hellblau. Mandelweiß, Dunkelbraun und Lackschwarz sorgen für das nötige Quäntchen Strenge. Asiatische Einflüsse sind unübersehbar: klassische Kimonomuster, feine Gräser und Äste, grazile Tuschezeichnungen und Lackarbeiten.



Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH


SHADED MODESTY.  Die neue Bescheidenheit. Dieser Dekorationstrend steht für einen gelassenen und naturinspirierten Lebensstil.  Griffige Oberflächen wie Stein, Beton, Marmor, Schiefer und Leder treffen auf Lehm- und Ockertöne, Nachtblau, Burgund und Kastanie. Nuancen setzen Violett und Resedagrün. Textilien wie Filz, Mohair, Jute, Grobstrick und Flanell sind die perfekten Begleiter. Zurückhaltung herrscht auch bei den Dessins vor. Holzmaserungen, Gesteinsstrukturen, Wiesen- und Heckenblüten, Früchte und Gräser stehen für diesen Stil. Akzente setzen Chrom, Bronze und das zur Zeit im Einrichtungsbereich so populäre Kupfer.



Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH


GEOMETRIC GRAVITY. Die Liebe zur Geometrie. Diese Stilrichtung ist akzentuiert und streng. Geometrische Muster in Schwarz-Weiß, wie sie in der Mode seit Saisons angesagt sind, gehören dazu. Beige und Grautöne sorgen für Schattierungen. Monochrome Flächen in intensiven Farben setzen Akzente. Geometrische Muster, Reliefs und Rasterkonstruktionen bringen Bewegung à la Op-Art in den Stil. Modern wird das Ganze durch die Integration der Natur in Form von Blüten- und Blätterdessins.



Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH


DAZZLING BEAUTY. Fantasievoll, jung und farbenfroh. Ein Look, der provozieren will und dabei auf das Unerwartete, Verblüffende, Skurrile setzt. Die Farben strahlen und wirken wie leicht überdosiert: Sonnengelb, Lachs, Karminrot, Lavendel, Türkis und Petrol-Schattierungen, immer überraschend und kontrastreich kombiniert. Als wichtige Stilelemente werden fotorealistische Drucke, Lichtreflexionen, Fantasy Prints und Lasercuts eingesetzt.