Rote Rückwände in den Schaufenstern, dicke Prozentzeichen an den Scheiben und SALE in Großbuchstaben – es ist Schlussverkauf, ganz offensichtlich. Doch Rot ist eben nicht gleich Rot. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Konsumenten auf den Ausverkauf einzustimmen. Manche Anbieter wie Zara, Galeria Kaufhof oder auch C&A setzen dabei auf den Wiedererkennungswert und spielen jede Saison die gleichen Sale-Kampagnen.

C&A, Düsseldorf
C&A, Düsseldorf


Doch es geht auch anders. Das zeigen Beispiele aus den vergangenen Saisons:

Message in Rot

Manchen Händlern reichen die Prozentzeichen als Message nicht aus, sie sprechen die Passanten ganz direkt an. „Fill your wardrobe, empty our shop." Füll' Deinen Schrank auf, kauf' unseren Laden leer – diese Aufforderung zierte in einer der vergangenen Saisons die Schaufenster von Cos. Passend dazu hingen in den Schaufenstern Schwarz-Weiß- Bilder der leeren Ladenregale. Ganz direkt sprach auch Jeremy Hackett die Passanten ein. „Nothing you have ever witnessed before has prepared you for such a sheer stubbing sale!" Nichts, was Sie jemals erlebt haben, hat sie auf einen solchen Ausverkauf vorbereitet.
Hackett, Frankfurt
Hackett, Frankfurt

Buchstabensuppe

S-A-L-E, mal ganz verspielt. Bei Anbietern wie S.Oliver Accessorize, Marc O'Polo und Esprit wurden die Buchstaben auch schon einmal zu Dekoartikeln. Ganz plastisch baumelten sie etwa von einem Baum im Fenster oder wurden den Schaufensterfiguren an Bändern um den Hals gehängt. Ein besonderer Hingucker war das Sale-Schild bei S.Oliver, das wie ein Ortshinweisschild aussieht. Frei nach dem Motto: Noch 20 Meter bis zum Schlussverkauf.
Marc O'Polo, Frankfurt
Marc O'Polo, Frankfurt

Ohne Ware

Einfach nur ein Sale-Schild von innen gegen die Schaufensterscheibe zu kleben, ist natürlich das Einfachste, um auf den Schlussverkauf hinzuweisen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, um Sale-Fenster ohne Ware zu zeigen. Praktischer Nebeneffekt dabei ist vor allem, dass nicht ständig kontrolliert werden muss, ob die Ware, die in den Fenstern gezeigt wird, überhaupt noch im Laden erhältlich ist. Ein besonderes Beispiel: Esprit steckt seine Figuren in rote, enge Stoffschläuche. Ein ungewohntes Bild, das Blicke auf sich zieht.
Esprit, Frankfurt
Esprit, Frankfurt

Schlicht und Schön

Ganz schlich, einfach schön. Das ist gar nicht so leicht umzusetzen. Ein Prozentzeichen alleine macht kein spannendes Schaufenster, zu viele Prozentzeichen wirken schnell überladen. Gelungen ist das in einer der letzten Saisons Hallhuber mit einem schlichten Schild mit schwarzem Prozentzeichen auf rotem Grund oder auch Lengermann+Trieschmann mit weißen, cleanen Schaufenstern mit dezenter roter Schrift.
L+T, Osnabrück
L+T, Osnabrück

Ganz was anderes

Wer sagt denn, dass Rot die Farbe für den Sale ist? Die Frage haben sich wohl auch Händler wie Bailly Diehl oder Sacha gestellt. Der Filialist aus dem Rhein-Main-Gebiet hat auch schon mal den Grün- statt den Rotstift angesetzt, und Sacha hat sich als Fischer versucht. Dort hing in den Schaufenstern die Silhouette eines Fisches mit der Aufschrift: „50%. Guter Fang".

Sacha, Düsseldorf
Sacha, Düsseldorf