Eine einzelne, museal inszenierte Figur ohne viel drumherum im Schaufenster – das war gestern. Aktuell gilt bei vielen Modehändlern die Devise: je mehr, desto besser. Vor allem bei Dekorations-Accessoires. Schwarmbildung. Die Macht des Kollektivs ist aus der Tierwelt bekannt. Kleine Vögel, Fische, Ameisen haben es als Individuen schwer. Gemeinsam, in der Gruppe sind sie jedoch stark und meistern Aufgaben, die sie alleine nie geschafft hätten.

Schwarmintelligenz heißt ein seit einigen Jahren in Mode gekommenes Prinzip. Es wird für Business-Entscheidungen in Form von Crowd Sourcing genauso genutzt wie in Wissenschaft und Technik. Aber auch im Interior- und Store Design ist die Macht der Wiederholung inzwischen geübt. Nicht eine Leuchte hängt über dem Tisch, sondern viele. Nicht ein Bild, sondern gleich eine ganze Ahnengalerie. So werden Blicke angezogen. Diese einfache Regel gilt mehr denn je auch im Schaufenster. In Tokio genauso wie in New York, in Mailand wie in Berlin.

So tummeln sich in den aktuellen Frühlings- und Sommerfenstern Vogelschwärme, zum Beispiel bei Apropos in Köln und Wako in Tokio. Aber auch Schmetterlinge und Blüten sind bestens geeignete und entsprechend beliebte Objekte zur Schwarmbildung. Oder Filzbommel und Pompons. Was dupliziert wird, spielt keine Rolle, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, es sind viel Dinge, denn gemeinsam sind sie (aufmerksamkeits-)stark.