Wie sehen die Läden der Zukunft aus? Leichter, leerer, aufgeräumt, klar. Kunden lassen sich immer weniger von Läden inspirieren, die bis unter die Decke mit Ware vollgestopft sind, die alle Produkte in allen Größen und allen Farben bieten. Die Neu- und Wiedereröffnungen der vergangenen Monate verdichten den Trend zur großzügigen Store-Gestaltung. Mondelli in Würzburg gleicht einem (Kunst-)Atelier mit Raum und Luft zum Atmen, Schlendern, Entdecken und Staunen. Die Dominanz der Farbe Weiß unterstreicht den sinnlichen und ruhigen Appeal der Räume.

Der neue Zara-Store in Hongkong setzt auf flexible Wareninseln mit verspiegelten Podesten und Cubes, auf denen eine kleine Auswahl des Sortiments zu sehen ist. Victoria Beckham präsentiert in ihrem kürzlich eröffneten Flagship-Store im Londoner Stadtteil Mayfair auf 560m² und drei Etagen ihr komplettes Portfolio. Der Store, konzipiert von der Londoner Architektin Farshid Moussavi, wirkt wie ein Showroom der Designerin. Die (wenige) Ware hängt an goldenen Gliederketten von der Decke, ordentlich in Reih und Glied. Glatte Böden und Oberflächen, zahlreiche Spiegel lassen den Store größer wirken, ebenso wie die vier Meter breite Treppe, die in das erste Obergeschoss führt.

Der britische DOB-Filialist Karen Millen hat in London und New York Flagships eröffnet, die die Neupositionierung der Marke als Design- und Modehaus verdeutlichen sollen. Mit 745m² ist der Londoner Store dreimal so groß wie der bisherige größte Karen-Millen-Store an der Regent Street. Das Untergeschoss ist wie ein Atelier gestaltet mit Büsten und Schneidetischen. Der dunkel gebeizte Holzboden sorgt für das besondere Ambiente. Im Obergschoss werden Säulen und Podeste, ähnlich wie bei Eytys in Stockholm, für punktuelle, fast museumsreife Warenpräsentationen genutzt. Das Store-Konzept wurde zusammen mit dem Londoner Brinkworth Design Büro entwickelt.

Marina Rinaldis neuer Flagship Store gehört zweifelsohne zu den zukunftsweisendsten Eröffnungen des Jahres. Der Laden ist wie eine Mischung aus Wohnung und Showroom gestaltet, mehrere Räume, die geschmackvoll in Eiche, Samt und Kupfer schwelgen. Stuck und Kronleuchter schmücken die Decken. Bücherregale, Sitzecken, und Kamin sind auf den Punkt ausgewählt. Die Kollektion hat viel Platz. Lediglich ein bis zwei Warenträger sind in den einzelnen Räumen untergebracht. Ein echter Schau-Raum.



Weitere Trends im Ladenbau und Visual Merchandising finden Sie im Läden-Spezial 2014, das in der TW 44 vom 30. Oktober 2014 erscheint. Die digitale Ausgabe steht bereits am 29. Oktober 2014 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.