Minus fünf Grad, eisiger Wind und dicke Schneeflocken sind der erste Willkommengruß an alle Besucher der Copenhagen Fashion Week. Doch all die Nachteile des Winters sind schnell vergessen, angesichts der vielfältigen inspirierenden Stores rund um die Østergade und die Ny Østergade. Vom großen Department Store bis zum kleinen Concept Store hat Kopenhagen alles zu bieten. Und bei einem Store Check durch Kopenhagens Innenstadt gibt es jede Menge skandinavische Inspiration frei Haus. Obligatorisch ist ein Besuch im Traditionskaufhaus Illum und in Nordeuropas größtem Kaufhaus, dem Magasin du Nord. Auf sechs bzw. sieben Etagen führen beide ein Vollsortiment von Kleidung, über Parfümerie, Beauty, Bücher, Delikatessen und Heimtextilien. In altehrwürdiger Kaufhaus-Kulisse gibt es zudem verschiedene Gastronomie-Konzepte vom kleinen Café bis zum schicken Restaurant zu entdecken.

Daneben sind auch die Stores der skandinavischen Labels sehenswert, die sich westlich von Kongens Nytorv angesiedelt haben. Malene Birger, Stine Goya, Ganni, Henrik Vibskov, Wood Wood, Baum und Pferdgarten und Samsoe Samsoe haben hier ihre Flagship Stores. Was überrascht: Die Läden sind dabei alles andere als Monomarken-Stores. Zumeist führen sie auch Kleidung anderer skandinavischer Labels.

Mindestens genauso wichtig wie Kleidung ist den Dänen aber ihr Design. Deshalb gibt es in dieser Ecke auch einige Interieur- und Möbelgeschäfte, die zugleich unzählige Ideen für schönes Einrichten liefern können. Normann Kopenhagen beispielsweise hat hier sein Flagschiff. Aber auch bei Illums Bolighus und Casa Shop gibt es Lampen, Möbel, Geschirr und Wohnaccessoires im Danish Design. Für einen Zwischenstop eignen sich die Torvehallerne, Kopenhagens Markthallen. Hier gibt es nicht nur dänische Leckereien als Pausensnack. Auch deren Präsentation ist sehenswert. Türme von Pralinen und Broten zeigen, dass die Vervielfachung des immer Gleichen Bedürfnisse weckt. 100 aufgetürmte Brote wirken doch gleich viel imposanter als eines. Doch abseits der klassischen Einkaufsstraßen gibt es in Kopenhagen auch noch kleine Perlen zu entdecken. Interessante Läden mit besonders schönem Store Design, einem tollen Sortiment oder einem spannenden Konzept. Bei diesen sechs Läden lohnt sich ein Besuch:

Adelie.
Im Stadtteil Norrebrø, in der Guldbergsgade 2, liegt dieser kleine aber feine Laden, der den Umweg über die Königin Luise-Brücke wert ist. Inhaberin ist Tikkie Oestrich, eine dänische Bloggerin, deren Liebe zur Mode in dem liebevoll eingerichteten Laden deutlich wird. Sie führt ausgesuchte Stücke von Stine Goya, Carin Wester, Maanii, Won Hundred, Avelon und anderen Labels, die wunderschön präsentiert werden. In einer Art überdimensionalem Setzkasten aus hellem Holz warten Accessoires auf ihren Käufer. Die Kleidung hängt ebenfalls in großen, offenen Holzmodulen. Hier trifft puristisches dänisches Interieur auf ein Lieblingsteil-Sortiment.

Hay House.
Dänisches Design der Firma Hay und anderer skandinavischer Labels gibt es im Hay House, das zentral an der Fußgängerzone Strøget liegt. Allerdings ist es leicht zu übersehen, denn das Geschäft liegt im zweiten und dritten Stock eines Jugendstilhauses über einem Wolford Store. Hier gibt es zeitgemäßes skandinavisches Design zu entdecken, präsentiert in einem fast wie eine Wohnung eingerichteten Geschäft. Die offene Treppe verbindet die beiden Verkaufsräume auf spektakuläre Weise und zeigt, wie gelungenes Store Design aussehen kann.

Another Nué.
Der Laden gegenüber des Henrik Vibskov Stores besticht mit einer guten Auswahl an Luxus-Labels wie Carven, Isabel Marant, Kenzo oder Maison Martin Margiela. Die Einrichtung ist simpel aber stilvoll. Frische Blumen im Schaufenster, ein dunkler Dielenboden und alte Apothekerschränke bilden den Rahmen für die ausgesuchten Stücke.

Beau Marché.
Etwas versteckt liegt am Ende der Ny Østergade der Interieur-Laden Beau Marché. Das Sortiment reicht von der Lampe über Möbel, Küchen-Accessoires und Bilder bis zu einer Auswahl an ausgesuchten Weinen. Alles zeigt sich von Frankreich inspiriert, doch vieles ist auch klassisch skandinavisch. Warmes Licht und viel Holz schaffen in dem Laden eine heimelige Atmosphäre, die sich auch im dazugehörigen Café im Hinterhof fortsetzt. Laden und Café sind eine gelungene Fusion von Handel und Gastro-Konzept.

B56.
In einem kleinen Backsteinhaus in der nordöstlichen Innenstadt liegt, versteckt in einem Hinterhof, der Laden B56. Benannt wurde der Laden nach der Straße Bredgade 56, der Adresse des Geschäftes. Der Laden gehört ebenfalls einer dänischen Bloggerin, die sich damit einen langgehegten Traum erfüllt hat. Labels wie Anne Sophie Madsen, Trine Tuxen, Minimarket, Stine Goya und Wackerhaus bilden das Sortiment. Außerdem wird auch das eigene Label BRICS exklusiv dort verkauft. Der Laden ist auf jeden Fall den Umweg wert, denn hier wird Mode mit viel Liebe präsentiert und verkauft. Außerdem findet man hier auch immer wieder kleine, unbekannte Labels.

Playtype.
Im Concept Store Playtype an der Vesterbrogade kommen nicht nur Buchstabenfetischisten auf ihre Kosten. Hier dreht sich alles um Typografie, die sich auf Shirts, Wandbildern, Küchenutensilien und anderen Einrichtungsgegenständen wiederfindet. Alles ist in Schwarz/Weiß gehalten, der Bodenbelag mit Schachbrettmuster und auch die Buchstaben sind immer Schwarz auf Weiß. Besonders für Visual Merchandiser ein wahrer Fundus an Ideen.