Jean Touitou, Chef des französischen Sportwear-Labels A.P.C. liebt klare Worte. Er hasse Männer, die sich zu sehr mit Mode beschäftigen, wurde er 2015 in der TextilWirtschaft zitiert. Für ihn sehen diese aus wie Clowns. „Die Eleganz und das Wissen um Mode muss bei Männern unsichtbar sein, das macht sie sexy“, sagte Touitou. Was für ihn in der Mode gilt, hat ganz offensichtlich auch bei der Ladengestaltung Gültigkeit. Gemeinsam mit den Architekten des französischen Büros Laurent Deroo Architecte entwarf er den neuen Laden der Marke in Brüssel. Es ist nach dem A.P.C.-Laden in Antwerpen und einem in der Rue Darwin in Brüssel der dritte des Unternehmens in Belgien.

Die Designaussage ist dabei unübersehbar: klare Formen und Linien. Die einzigen Schnörkel in dem Laden an der Rue Antoine Dansaert gibt es bei den Stuckelementen an Decken und Wänden und der weißen, steinernen Kamineinfassung, die mit ihren Rosetten an den Glanz längst vergangener Zeiten erinnert. In deutlichem Kontrast dazu steht die Einrichtung des im April 2016 eröffneten Ladens. Das gilt schon für den Boden, der einfach rostrot lackiert wurde. Und diese Schlichtheit setzt sich bei den Warenträgern fort.

Dabei war Jean Touitou wichtig, dass auf der 100m² großen Verkaufsfläche die Trennung von DOB- und HAKA-Kollektion deutlich sichtbar wird. So wurde in der Womenswear Kupfer, in der Menswear Aluminium für die Warenträger verwendet. Zudem sind die Wände in der HAKA-Abteilung verspiegelt, in der DOB-Abteilung größtenteils mit Holz verkleidet. Insgesamt soll die Einrichtung möglichst flexibel sein. Gleichzeitig dient sie aber auch als Eyecatcher, der die Flächen optisch trennt. So baut sich in der Damenmodeabteilung ein Turm aus einzelnen Fächern mit abgerundeten Ecken auf.

Ähnlich flexibel sind die Regale in der HAKA-Abteilung. Hier ließ Touitou rechteckige Kassetten – von Größe und Form an Munitionskisten erinnernd – auf- und nebeneinander stapeln. Eine Inspirationsquelle für den A.P.C.-Chef scheint also auch der Wilde Westen gewesen zu sein. Eine Ära, in der wohl die wenigsten Männer Zeit und Muße gehabt haben, sich zu sehr mit Mode zu beschäftigen.