Wer ein Auge für Architektur und Store Design hat, kennt Aesop. Und wer einen Laden der australischen Kosmetikfirma betritt, erkennt, dass lokaler Bezug auch ohne Hirschgeweih & Co. hergestellt werden kann. Leitmotiv Lokalkolorit, zeitgemäß: Aesop ist Meister darin. Das Highlight in Deutschland soweit: der Berliner Laden. Grüne Betonfliesen bedecken Boden und Wände und schaffen eine klinische, aber ästhetische Atmosphäre, die an den Bahnhof Alexanderplatz erinnert. Das Waschbecken, eine alte Kuhtränke, stammt von einem Bauernhof aus den 50ern. So entsteht eine Verbindung zum denkmalgeschützten Gebäude, das früher ein Milchladen war.

Jetzt: Frankfurt. Vergangene Woche eröffnete der deutschlandweit fünfte Aesop-Store. Als Inspiration diente die Frankfurter Küche, der Urtyp der modernen Einbauküche, die 1926 im Rahmen des Projekts "Neues Frankfurt" von Ernst May initiiert und von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky ausgearbeitet wurde. Der Frankfurter Architekt Philipp Mainzer hat daraus eine Art industriellen Arbeitsplatz kreiert, praktisch, alle wichtigen Dinge in Reichweite. Zentrales Element des 58m² großen Ladenlokals ist ein monolithisch massives Walnuss-Display, in das ein Waschbecken aus unberarbeitetem Messing eingelassen ist.

Mattgraue Bodenfliesen erinnern dezent an den typisch hessischen Steinkrug, den Bembel. Lounge-Sessel und Stühle fügen sich harmonisch ins Bild. Sie stammen vom Möbelhersteller E15 − und damit auch aus Frankfurt.