Der erste eigene Store. Eine Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Finanzierung? Größe? Und dann Location? In einer hippen Stadt oder im Hauptabsatzmarkt? Bestenfalls passt das zusammen. Wie im Fall des US-Labels Band of Outsiders, wo die Wahl schnell auf Tokio fiel. In Tokio also, der Stadt der architektonischen Meisterleistungen und Automaten, der Stille und der Extreme – und der verwöhnten Konsumenten soll dem Unternehmen eine authentische und imageträchtige Retail Identity verpasst werden. Eine große Herausforderung für die Ladenbauer.

Entstanden ist ein Store der Extraklasse im Industrie-Design, eine Art Fashion-Labor, das von einer massiven Stahlkonstruktion dominiert wird. Die Macher nennen sie liebevoll Monster. 28 multioptionale Stahlarme unterstützen aus der Ladenmitte heraus wie ein Karussell alle Vorrichtungen des Stores: Umkleidekabinen, Kasse, Vitrinen, Kleiderstangen, Hängeregale und einen digitalen Projektor. Alles scheint im Raum zu schweben und kann flexibel auf den konzentrischen Schienen, die in den Betonboden eingelassen sind, verschoben werden. Mit wenigen Handgriffen kann der 170m² große Store damit komplett verändert werden.

Für das Design des Ende vergangenen Jahres eröffneten Ladens zeichnen das italienische Architektur- und Design-Büro Lot-Ek und der japanische Architekt Koki Hashimoto verantwortlich. Für den Hauch L.A. sorgt der Künstler Friedrich Kunath: Im Schaufenster stehen zwei übergroße lachsfarbene Penny Loafer, in die er Palmen gepflanzt hat. Ein Hingucker, eine Kuriosität – und ein Stück Heimat in der Fremde.