Truppenteile der Armee, Verwundete oder Flüchtlinge - dafür entwarf Richard Buckminster Fuller in den 50er Jahren den „Dome“. Die Zeltkonstruktion aus Aluminiumröhren und einer weißen Plane lässt sich schnell und unkompliziert auf- und abbauen. Mittlerweile steht der Dome aber seit 15 Jahren an ein und demselben Platz auf dem Vitra Campus und dient dort als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Seit vergangener Woche ist er Schauplatz eines ganz besonderen Retail-Projekts.

Der spanische Schuhhersteller Camper hat dort gemeinsam mit dem Ladenbau- und Möbelunternehmen für drei Monate einen Pop-up-Store eröffnet. Das Besondere: Die Gestaltung des Pop-up-Stores musste sich nicht nur an der Form des Domes orientieren, sondern sollte auch den Charakter des Entwurfes von Fuller erhalten und den Besucherns des Vitra Campus weiter die Möglichkeit geben, diesen auch in dem Zelt zu erfahren.

Der Berliner Architekt Diébédo Francis Kéré hat einen Raum im Raum geschaffen. Auf einem eiförmigen Grundriss sind zwei ineinander eingepasste Wandstrukturen entstanden. Die innere Wand definiert einen nach oben hin offenen Zentralraum, ganz passend zum Dome. Dieser ist von einem ringartig angelegten, überdachten Gang eingefasst, den die äußere Wand begrenzt. Mehrere Durchgänge verbinden das Zentrum des Ladens mit dem Gang außenherum.

Verwendet wurden vor allem natürliche und nachhaltige Materialien. So etwa aus Seegras geflochtene Matten, mit denen der Boden im zentralen Bereich des Shops ausgelegt ist. Die Wände bestehen aus Tischlerplatten und können auf beiden Seiten als Regale verwendet werden. In dem zum Teil mit LEDs beleuchteten Fächern sind nicht nur die Schuhe aus der Herbst-/Winterkollektion zu sehen, sondern auch Displays, über die man zusätzliche Infos zu den einzelnen Produkten abfragen bzw. auch im Online-Shop einkaufen kann.

Das sind aber nur einige der digitalen Elemente, die Camper und Vitra hier gemeinsam zeigen. So gibt es einen Scanner zum digitalen Vermessen der Füße sowie zur Individualisierung von Einlegesohlen. Doch der Pop-up-Shop, der die nächsten drei Monate geöffnet haben wird, soll nicht nur die Zukunft der digitalen Ladengestaltung zeigen, sondern verweist auch auf die Wurzeln von Camper. Neben Texten und Bildern aus der Geschichte der Marke und ihres Engagements in verschiedenen Projekten in Afrika, zeigt ein Schuhmacher an einem extra installierten Arbeitstisch wofür die Marke steht: Handwerkskunst.