Paris hat Colette. Frankfurt hat Colekt. Einen echten Concept Store. Mit Interieur und Schmuck. Büchern und Düften. Postern und Küchen-Accessoires. Fein, aber unprätentiös. Es gibt das Zeitsparbuch, einen Schlitten vom dänischen Label Kunstindustrien, Hefte, Kladden und Blöcke von Life aus Tokio, Stempel aus recycelten Korken, Nagellack ohne Tierversuche und bösen Inhaltsstoffen von Laccalacca by Mi Manchi, Bäckergarn in der Trendfarbe Kupfer für DIY-Jünger, die hier ohnehin sehr auf ihre Kosten kommen. Seltenen Gin und in Vergessenheit geratenen Eierlikör. Und viele exquisite und originelle Designobjekte, sorgfältig ausgesuchte Geschenkideen und kleine Kuriositäten mehr. Für 50 Cent bis 2500 Euro. Und: Geschichten – zu jedem Produkt eine. Wer mag, kann einen Olivenbaum adoptieren. Oder einfach nur einen Kaffee trinken.

Colekt ist sogar noch ein bisschen mehr als ein Store: ein Store, ein Studio und ein Salon. Die beiden Inhaberinnen Architektin Petra Wagner und Grafikerin Stephanie Keidel nutzen das Ladenlokal als Design Studio, arbeiten hier an Lichtkonzepten und Set Designs, Broschüren und Imagefilmen. Zuweilen, am Abend, wenn der Store zum Salon wird, gibt es Ginverkostungen, Konzerte, Jazz-Tanzabende, Kurz-Coachings, Lesungen und Vintage Fashion-Sales. Frankfurts Bòheme kommt dann, Banker und Studenten, es geht gesellig zu. Man trinkt und vernetzt sich. Und kauft ein.

Der Store, den es jetzt seit drei Jahren gibt, ist ein Schmückstück an sich: eine ehemalige Apotheke. Die Macherinnen haben das meiste den 50er Jahre-Räumlichkeiten erhalten – Nachhaltigkeit ist für beide eine Herzensangelegenheit – und mit modernen Einbauten ergänzt. Dreh- und Angelpunkt des Ladenlokals mit offener Galerie bildet ein riesiger Apothekerschrank. Mit vielen verschieden Fächern ohnehin die perfekte Präsentationsfläche für all die kleinen Design-Dinge. Etwa alle drei Monate wird der Schwerpunkt der Präsentation auf ein neues Thema gelenkt.

Colekt ist mittlerweile das Zugpferd der Brückenstraße, Frankfurts kleiner Kreativmeile. Die vielen inhabergeführten Stores mit individuellen Konzepten in der Ecke Brückenstraße/Schulstraße/Schifferstraße bilden den Gegenpart zur kommerziellen Einkaufsstraße Zeil, nur einen Kilometer Luftlinie entfernt. Und sind eine gute Adresse in Sachen Inspirationen für Sortimentsgestaltung, Ladendesign und Merchandising.