Explodierende Bevölkerungszahlen, steigende Einkommen und eine boomende Handelslandschaft – die chinesische Stadt Chengdu mit ihren 14 Millionen Einwohnern gilt als eine der aufstrebendsten Städte des Landes und bietet den idealen Nährboden für inspirierende Ladenkonzepte. Eines dieser Konzepte ist der Fengsuo Book Store – ein Tempel für Bücher. Wer jetzt an deutsche Buchhandlungen denkt, der wird überrascht sein. Denn mit den hiesigen Buchgeschäften hat der Laden nur wenig gemein. Der taiwanesische Architekt Chih-Kang Chu hat den Store entworfen und sich dabei vom in der Nähe gelegenen Daci-Tempel inspirieren lassen.

Schon der Abstieg zum unterirdischen Laden ist ein Erlebnis. Denn die Rolltreppe führt durch eine kupferfarbene Röhre mit Raumschiff-Anmutung. Unten angekommen erwarten die Kunden beeindruckend monumentale Räumlichkeiten. Die Idee des Architekten: Der Besucher soll sich fühlen, als ob er durch einen geheimen Tunnel läuft, an dessen Ende er einen prächtigen Tempel findet.

Neun Meter hohe Betonsäulen unter einer geometrisch geformten Beton-Decke geben dem Raum eine sakrale Anmutung. Um den ganzen Raum herum führt eine Art Empore, auf der eine riesige Auswahl an Büchern auf Käufer wartet. Besonderes Augenmerk wurde auf Rückzugsplätze und Sitzecken gelegt, denn das Geschäft soll eine Ruhe-Oase inmitten der trubeligen Stadt sein. Jeder soll einen Platz finden, an den er sich mit seinem Buch zurückziehen kann. Sei es im Café oder einer der zahlreichen Sitzecken. Und wem Bücher nicht genug sind – es gibt auch Bekleidung und Wohnaccessoires. Die allerdings spielen im Tempel der Bücher eher eine Nebenrolle.