Cool California. Minimalistisch, monochrom, nichts lenkt vom Wesentlichen ab. Der Helmut Lang-Flagship Store in West Hollywood ist ein Inbegriff der Kalifornischen Moderne. Gestaltet haben ihn die Architekten des US-amerikanischen Büros Standard ganz im Sinne des avantgardistisch-minimalistischen Stils der Marke. Angelehnt an die Häuser des Case-Study-House-Programms der Architektur-Zeitschrift Arts und Architecture, die in den 1950er und 60er Jahren in Los Angeles erbaut wurden. Kompromisslos klar, fast karg, Glas, Stahl und Beton im Fokus, so sah man damals das Wohnen der Zukunft. Ein Stil, der großen Einfluss auch auf die internationale Architektur hatte und heute vielleicht aktueller denn je ist.

Auf den ersten Blick gibt es im 300m² großen Helmut Lang-Store von Allem wenig, das dann aber vom Feinsten. Die Ware wird hängend an schlichten Stahl-Stangen präsentiert, geschickt beleuchtet durch in der Decke versteckte LEDs. Auf großen kubischen Dekopodesten gibt es Schuhe und Parfüms sowie Accessoires. Gestaltet wurden sie vom renommierten kalifornischen Graffiti-Künstler Retna mit Motiven in Grau, Weiß, Schwarz.

Von außen unspektakulär, tut sich dem Besucher hinter einer schachbrettartigen Skulptur von Mark Hagen beim Betreten des komplett ebenerdigen Stores eine loftartige Fläche auf. Glatt verputzte Wände und ein geschliffener grauer Estrich machen den industriellen, aber dennoch weichen Look perfekt. Im hinteren Teil der Fläche wurde die Decke geöffnet und so Tageslicht in den Raum geholt. Überhaupt hat der hintere Bereich ein ganz klein wenig Lounge-Charakter mit einem von Charlotte Perriand in den 1950ern entworfenen Daybed und Grünpflanzen. Selbstverständlich minimalistisch.