Iuter, das ist ein italienisches Streetwear-Label für Jungs und Mädels, inspiriert von Graffiti, Hip-Hop und Board-Sport. Bekannt für auffällige Drucke, alles andere als clean. Da gibt es zum Beispiel Bomberjacken mit Vogel-Prints, Jogginghosen mit Chamäleons oder T-Shirts, bedruckt mit Fotografien von Autobahnkreuzen. Sicher kein Mainstream, auch in der Szene.

Genauso überraschend und ungewöhnlich wie die Kollektionen ist der Flagship-Store des 2002 gegründeten Unternehmens an der Porta Ticinese in Mailand. Sein Look ist clean, reduziert und sehr modern. Weiß getünchte Wände, ein grauer Boden in Betonoptik, dazu unverputzte Säulen – das vom Mailänder Studio Mammafotogramma entworfene und umgesetzte Store Design würde auch für High Fashion funktionieren.

Eyecatcher schlechthin in dem 150m² großen Laden ist aber der Kassentresen, der wie ein riesiger hölzerner Edelstein das Ambiente prägt. Gefertigt wurde er aus Wood-Skin, einer von Mammafotogramma entwickelten Oberfläche aus Sperrholz, die aus mehreren Dreiecken besteht und extrem elastisch ist, wodurch sie nahezu jede Form annehmen kann. Auch ein Teil der Wände bei Iuter wurde mittels Wood-Skin gestaltet, so entsteht eine Art hölzerne Landschaftsformation, die die ansonsten strenge Geometrie des Stores aufbricht.

Angeboten werden dort außer den regulären Iuter-Kollektionen, speziell für den Store designte Linien sowie Kooperationen, z.B. mit Sennheiser. Italienische Innovationsfreude, siehe Store Design, trifft an der Porta Ticinese auf italienisches Schneiderhandwerk. Denn Iuter fertigt seine Kollektionen seit 2010 in einer eigenen Fabrik in der Nähe von Mailand. Auch das ist sicher ungewöhnlich.