Das Budget für den neuen Labo Life Store in Marseille war nicht gerade groß – 40.000 Euro hatten die Architekten vom Atelier M3A zur Verfügung. Entstehen sollte ein Concept Store auf 100m² mit Kleidung, Dekoartikeln, Wohnaccessoires. Dafür gingen die Architekten zunächst wie Archäologen vor. Stück für Stück legten sie die ursprüngliche Bausubstanz frei. Zum Vorschein kamen ein über 150 Jahre alter Fliesenboden und ebenso alte Backsteinwände. Eine gute Basis. Oberstes Ziel der Architekten: den ganz eigenen Charme der Räumlichkeiten zu erhalten. Deshalb verpassten sie den Wänden lediglich einen Anstrich mit weißer Kreidefarbe, der rötlich-braune Fußboden durfte bleiben.

Anschließend suchten sie ein Material, das zur Harmonie der Räume passt und fanden ein örtliches Nadelholz. Es fügt sich farblich gut in den Laden ein und war zudem kostengünstig zu haben. Aus diesem Holz wurde schließlich der komplette Laden gebaut, von der Treppe bis zum Warentisch. Außerdem gestalteten sie aus dem Holz eine dreidimensionale Deckenkonstruktion, die an die regionale Architektur erinnern soll. Sie verleiht dem Raum Gemütlichkeit und Wärme. Als Kleiderstangen dienen einfache Metallrahmen, die von der Decke hängen. Über dem Kassentresen thront eine aus Holz zusammengezimmerte Krake der Künstler Labs000 – der Blickfang des Ladens.

Im Juni dieses Jahres hat der Laden eröffnet. Angeboten werden Labels aus Schweden, Frankreich und Italien, viele exklusiv in Marseille. Das Geschäft zeigt: Tolles Ladendesign muss nicht teuer sein – es braucht nur eine gute Idee. Und haben sich die Macher am Ladendesign satt gesehen, dann kann alles einfach wieder umgebaut werden – ganz umweltverträglich und für wenig Geld.