Einer geht, einer kommt. Als das berühmte Hotel Okura in Tokio im vergangenen Herbst teilweise abgerissen wurde, um generalüberholt zu werden, war das Entsetzen in der Architektur-, Design- und Fashion-Szene riesig. Mit seiner 60er Jahre-Architektur war es eine Ikone der japanischen Moderne. Ein bisschen Mad Men, ein bisschen traditionelles japanisches Handwerk. Für die Macher des französisch/japanischen Musik- und Modelabels Maison Kitsuné diente die ruhige, funktionale Ästhetik des Okura als Vorbild für ihren neuen, weltweit dritten Store. So ist im aufstrebenden Tokioter Daikanyama-Viertel ein zweigeschossiger Laden entstanden, der mit seiner aufwändigen Holzkonstruktion gleichermaßen an ein traditionelles japanisches Haus erinnert wie an die Lobby des Okura Hotels.

Auf rund 140m² Verkaufsfläche, verteilt auf zwei Etagen, finden sich die Mens- und Womenswear-Kollektionen des Labels. Empfangen werden die Kunden von einer ruhigen, zum Wohlfühlen und Bleiben einladenden Atmosphäre. Geschaffen wird sie vor allem durch das natürliche Material Holz, das die Hauptrolle beim Store Design spielt: Vom hellen Parkettboden, verlegt im Schachbrettmuster, über Wandvertäfelungen bis zu den Lampen. In die zweite Etage führt eine Treppe aus Holzbohlen aus der Kansai Region. Die Kitsuné-Kreativdirektoren Gildas Loaëc und Masaya Kuroki haben gemeinsam mit Künstlern aus der Region eine Symbiose aus Tradition und Moderne geschaffen.

So findet sich Kunsthandwerk, das ganz und gar nicht volkstümlich daher kommt, auch bei Präsentationstischen und Displays, die in der Urushi Technik gefertigt wurden. Diese Jahrtausende alte Lackkunst sorgt für einen extremen Glanz der Oberflächen und wird traditionell in erster Linie rot und schwarz pigmentiert, aber auch halb durchsichtig verarbeitet. Eine Oase der Ruhe, drinnen wie draußen, denn hinter dem Haus befindet sich ein verwunschener Bambuswald.