Der Kupfer-Trend im Interior-Design hat seinen Zenit langsam, aber sicher überschritten. Seit einigen Saisons kommt kaum ein Laden mehr ohne Kupfer-Details aus. Am Anfang noch als erfrischend neues Material gehyped, ist langsam ein Sattseh-Effekt eingetreten. Das gilt allerdings nicht für den zweiten Laden des norwegischen Labels Mardou & Dean. Hier wurde zwar das Trend-Material verwendet, doch das gelungene Gesamtkonzept spricht für sich.

Der Store liegt im schicken Osloer Hafen in einer alten Schiffsfabrik aus dem 19. Jahrhundert mit sechs Meter hohen Decken. Ein Glückgriff für die Gründer des Labels Ingrid Bredholt und Patrik Rosenfors, die das Innendesign des Ladens selbst verantworten. Offene Backsteinwände, abblätternder Putz und Industrielampen erzählen von der Vergangenheit des Gebäudes als Schiffsfabrik. Die großen, bodentiefen Fenster sorgen für den typischen Loft-Charakter.

Dazu: Kupfer als stilbildendes Element. Ein großer Kupfer-Kubus, der als Lagerfläche für Ware und zugleich Vorlagetisch dient, ist zentraler Eyecatcher. Aber auch Kleiderstangen, Schrankverkleidungen und andere Deko-Elemente sind aus dem rötlich-schimmernden Metall hergestellt. Viel Improvisationstalent beweisen die Macher bei der Auswahl der Material-Herkunft: als Kleiderstangen dienen Kupfer-Wasserleitungen, eine Malerleiter wird kurzerhand zum Präsentationsmöbel für Schals oder Jeans.

Der 85m² große Laden ist allerdings nicht nur Geschäft, sondern gleichzeitig auch Café, Galerie und Wintergarten. Und er beweist, dass Kupfer durchaus das Zeug zum Dauerbrenner hat, wenn man es wohl dosiert einsetzt.